Amazon startet Lieferdienst für Restaurants

Amazon plant einen Lieferdienst für warme Speisen. Das Angebot mit dem Namen "Amazon Restaurants" soll zunächst in New York und Seattle getestet werden.

Der Online-Versandhändler Amazon benötigt neue Mitarbeiter für seinen Geschäftszweig "Amazon Restaurants". Auf einigen Stellenbörsen sucht Amazon in Seattle und New York nach Mitarbeitern für den geplanten Speise-Lieferdienst. Die Testphase des Dienstes, der Menüs von lokalen Restaurants liefert, soll in Seattle und New York City starten. Nach dem Test möchte das Unternehmen "Amazon Restaurants" auf dem gesamten US-Markt etablieren.

Mit "Amazon Fresh" betreibt der Versandhändler seit 2013 bereits einen Lieferservice, der frische Lebensmittel bringt. Aktuell werden Kunden in Los Angeles, San Francisco, San Diego, New York City, Philadelphia und New Jersey beliefert.

Seit circa einem Jahr liefert Amazon in New York mit dem Service "Prime Now" bestellte Produkte innerhalb einer Stunde. Mittlerweile hat Amazon den Service auf viele weitere Städte ausgeweitet. Seit drei Monaten gibt es "Prime Now" zum Beispiel auch in London. Jetzt sollen es also die Restaurants sein, welche den Amazon-Dienst weiter ausschmücken. Dafür möchte Amazon Speisen lokaler Restaurants liefern.

In Seattle wird bereits ausgeliefert

Unter dem Namen "Amazon Fresh" betreibt der Versandhändler einen Lieferservice, der frische Lebensmittel bringt. Foto: By Visitor7 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

In einer offiziellen Mitteilung hat Amazon heute den Testbetrieb von "Amazon Restaurants" in Seattle bekanntgegeben. Vor allem weil sich das Hauptquartier des Unternehmens in Seattle befindet, erscheint der Start in dieser Stadt logisch. Das heißt, dass sich "Amazon Prime Now"-Kunden dort ab sofort Bestellungen von lokalen Restaurants liefern lassen können. Rund ein Dutzend Restaurants rund um Seattle stehen dafür zur Verfügung. Außerdem erlaubt es der Dienst, den aktuellen Lieferstatus in Echtzeit mitzuverfolgen.

"Wir werden viel von unserem Start in Seattle lernen", so der Chef von "Amazon Restaurants", Gus Lopez. Wann und in welche Städte der Dienst als nächstes expandieren soll, hat Amazon noch nicht verlauten lassen. Ein Test in New York wird erwartet.

Hart umgekämpftes Geschäft

Doch der Markt, in den sich Amazon wagt, ist ein hart umkämpftes Gebiet. Konkurrenten sind unter anderem der größte Wettbewerber GrubHub und der Fahrdienst-Vermittler Uber, der in manchen Städten auch Essen ausliefert. Doch im Gegensatz zu diesen beiden Unternehmen möchte Amazon seine eigene Flotte an Fahrern und Autos nutzen. In den USA kostet das Prime-Abonnement jährlich 99 Dollar, in Deutschland 49 Euro. Hierzulande kann man auf amazon.de bereits Lebensmittel bestellen, allerdings keine frischen. Laut des Fachblogs "Exciting Commerce" sucht Amazon derzeit Mitarbeiter für den Aufbau lokaler Verteilstationen in Deutschland. Genaueres über die Pläne von Amazon in Deutschland sind leider noch nicht bekannt. Doch sicher ist: Eines Tages werden sämtliche Amazon-Dienste auch bei uns ankommen.

Allerdings treffen sie in Deutschland auf klassische Lieferdienste wie Lieferando, Lieferheld und Pizza.de. Auch das Startup Foodora könnte Amazon gefährlich werden. Foodora liefert ebenfalls Speisen von bisher circa 260 Restaurants aus.

09. September 2015

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