Auf der Anuga geht fair vor: Fairtrade-Produkte auf dem Vormarsch

Auch Sängerin Annett Louisan ließ sich vom Fairtrade-Konzept überzeugen: In Deutschland gibt es bereits 36.000 Verkaufsstellen, welche die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel verkaufen. Ziel der Fairtrader ist es, benachteiligte Hersteller in Entwicklungsländern mit fairen und festen Lieferverträgen sowie festen Preisengerechte Preise und menschenwürdige Arbeitsbedingungen langfristig zu unterstützen. Foto: TransFair e.V.

Die Gastronomiemesse Anuga öffnete am vergangenen Samstag bis einschließlich des kommenden Mittwochs ihre Pforten der Koelnmesse. Zur 31. Auflage der Veranstaltung stehen vor allem Convenience-Produkte im Mittelpunkt, aber auch die positive Entwicklung der Fairtrade-Produkte bleibt den circa 150.000 Fachbesuchern nicht verborgen. Ein Fair-Trade-Siegel bekommt ein Produkt, welches die sozialen und ökologischen Kriterien der Organisation erfüllt.

Fairtrade greift Produzenten aus entwicklungsschwachen Ländern mittels fairer und fester Lieferverträge sowie gerechter Preisstrukturen und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen nachhaltig unter die Arme. Inzwischen beteiligen sich circa 80 Länder an dem Handel mit Fairtrade-Produkten wie zum Beispiel Tee, Honig, Bananen, Wein oder Kaffee.

36.000 Fairtrade-Verkaufsstellen allein in Deutschland

Weltweit wurden im Jahre 2010 Fairtrade-Produkte im Wert von circa 4,3 Milliarden Euro verkauft, was einem Jahreszuwachs von 26 Prozent entspricht. Mit 36.000 Verkaufsstellen ist Deutschland in Sachen Fairtrade weit entwickelt: Im ersten Halbjahr 2011 wuchs der Fairtrade-Umsatz Deutschlands um 17 Prozent auf 187 Millionen Euro.

Die Organisation handelt nicht eigens mit den Produkten, sondern vergibt ihr Siegel an Lizenznehmer. Lizenzen werden von nationalen Initiativen an Unternehmen vergeben, was im deutschsprachigen Raum von Transfair übernommen wird. Auf der Anuga in Köln (08. bis 12.10) gab das Unternehmen nun seine aktuellen Zahlen bekannt.

Eigenmarken des Handels vertreiben Fairtrade-Produkte

Unter die 80 Länder, welche sich inzwischen am Fairtrade-Konzept beteiligen, fällt auch Peru: Hier ein Fairtrade-Kaffeebauer aus dem Land in Südamerika. Foto: TransFair e.V. / C. Nusch
Unter die 80 Länder, welche sich inzwischen am Fairtrade-Konzept beteiligen, fällt auch Peru: Hier ein Fairtrade-Kaffeebauer aus dem Land in Südamerika. Foto: TransFair e.V. / C. Nusch

Weltweit seien die Produkte also weiter auf Erfolgskurs, hieß es auf der Lebensmittelmesse Anuga in Köln. Auch Eigenmarken des Handels beteiligen sich inzwischen intensiv an dem Fairtrade-Konzept und vertreiben Produkte der Organisation. So sind neben Rewe auch Norma, Lidl, Rossmann, Real und Aldi Süd auf der Liste der vertreibenden Unternehmen wiederzufinden. Einzig Aldi Nord sei die letzte Fairtrade-freie Zone, so das Unternehmen auf der Anuga.

Vor allem aber sei Fairtrade ein effektives Instrument gegen die Armut: «Circa eine Milliarde Menschen leiden unter Hunger. Durch fair gehandelte Produkte können viele der Armut und dem Hunger entgehen», so Transfair-Geschäftsführer Mathias Mogge. Als positives Beispiel wählt Mogge den Bürgerkrieg Sierra Leones. Nachdem die Bauern des Landes jahrelang schlechte Qualität lieferten und ihre Produkte deutlich unter Wert an Zwischenhändler verkauften, erzeugen sie inzwischen Bio-Qualität und bekommen dafür einen höheren Preis, welchen der Endverbraucher stemmt.

10. Oktober 2011

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