Bockshornkleesamen verantwortlich für Ehec

Nun ist es raus: Bochshornkleesamen aus Ägypten verursachten den gefährlichen Ehec-Erreger. Die verunreinigte Samen wurden von einem Biohof in Bienenbüttel bezogen, der als Verteiler der Sprossen gilt. Der niedersächsische Biohof hatte Anfang diesen Jahres Samen verwendet, die von einem ägyptischen Zwischenhändler angeliefert wurden. Auch in Frankreich gelten die ägyptischen Samen aus dem Jahre 2009 als Auslöser.

Das ägyptische Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass die verdächtigen Samen bereits im November 2009 exportiert wurden. Da das Bakterium in einem so trockenen Produkt, wie es die Bochshornkleesamen sind, allerdings nicht so lange überleben kann, muss die Verunreinigung durch ein Umpacken oder durch Wasser bei der Herstellung entstanden sein. In Ägypten verhält man sich ruhig; angeblich seien alle Test negativ ausgefallen.

Die Epidemie, mit mittlerweile 48 Toten in Deutschland, soll nun mit europäischen Geldern bekämpft werden. Die EU einigte sich bereits auf Hilfszahlungen in Höhe von 210 Millionen Euro. Die erfreuliche Nachricht: Die Gefahr von Insolvenzen im Bereich der Landwirtschaft ist trotz der Epidemie gering.

Bochshornkleesamen - Die große Unbekannte

Auch die Gurken standen mal im Mittelpunkt des Verdachtes: Vor einem Monat wurde der Ehec-Erreger auf einigen Gurken festgestellt.

In Curry, Käse und eiweißhaltigen Fitnesspulvern können Bochshornkleesamen enthalten sein. Auch wenn Gemüse sauer eingelegt wird, kommen sie zum Einsatz. Den weitgehend unbekannten Samen wurde der Weg nach Deutschland inzwischen zugestellt: Die Europäische Union verhängte ein Einfuhrstopp für Sprossensamen aus Ägypten.

Nachdem wochenlang Gurken in den Verdacht geraten waren, der Auslöser für die Epidemie zu sein (wir berichteten: Warnung vor Gurken, Tomaten und Salat aufgehoben), scheint die Sachlage nun klar. Allerdings weist die ägyptische Regierung jede Verantwortung von sich. Die exportierten Samen seien so alt, dass die Erreger nicht überleben konnten. Die europäischen Behörden machten eine Lieferung von 15 Tonnen Bockshornkleesamen als Ursache für die Epidemie ausgemacht und verhängten darauf hin ein sofortiges Verkaufsverbot. Es handelt sich den Behörden zufolge um den bisher größten Ehec-Ausbruch in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen ist mittlerweile rückläufig.

07. Juli 2011

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