Burger-King-Franchiser Yi-Ko reicht Insolvenzantrag ein

Fotos: By Anthony92931 (Own work) [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABurger_King%2C_Saugus.jpg">via Wikimedia Commons</a>
Fotos: By Anthony92931 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Burger King GmbH des umstrittenen Franchisenehmers Yi-Ko hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen habe erklärt, überschuldet zu sein, gab das Amtsgericht Stade bekannt.

Nach dem Wallraff-Schock haben die Mitarbeiter der Yi-Ko Holding nun Gewissheit. Auch wenn wir vor wenigen Tagen noch berichteten, dass die Gehälter der Mitarbeiter in diesem Monat pünktlich überwiesen wurden, brachte dies nur wenig Erleichterung. Denn nun wurde bekannt, dass die Betreibergesellschaft Burger King GmbH, welche der Yi-Ko Holding gehört, Insolvenz einreichte. Der Grund dafür sei die Überschuldung des Unternehmens.

Verhandlungen zwischen Burger King und Yi-Ko gescheitert

"Wir haben bis zuletzt intensiv verhandelt. Es ist sehr bedauerlich, dass die Parteien am Ende nicht zu einer wirtschaftlichen Einigung gefunden haben", so die Kanzlei Graf von Westphalen, welche die Yi-Ko Holding vertritt. Im Vorhinein gab Burger King bekannt, dass die Verhandlungen mit Yi-Ko über eine Lösung für die 89 geschlossenen Filialen gescheitert waren. "Wir bedauern - vor allem mit Blick auf die Mitarbeiter - dass die Verhandlungen bislang noch zu keinem Ergebnis geführt haben", erklärte ein Burger-King-Sprecher. Burger King versprach, eine Lösung für die Sicherung der rund 3.000 Arbeitsplätze zu suchen.

Der Firmenname der Yi-Ko-Holding steht für die Unternehmer Ergün Yildiz und Alexander Kolobev. Im Mai 2013 hatten sie die 89 Filialen übernommen. Yildiz trat im Mai 2014 als Geschäftsführer zurück, um den Wallraff-Berichten entgegenzuwirken. Im Hintergrund agierte Yildiz allerdings weiterhin als Geschäftsführer, was dazu führte, dass sich die Bedingungen in den Yi-Ko-Filialen nicht veränderte. Daraufhin zog Burger King die Reißleine und kündigte der Yi-Ko-Holding fristlos. Außerdem wurde der Holding verboten, Firmenlogo, Produktnamen, Arbeitskleidung und Außenwerbung zu nutzen. Kolobev hoffte nun, ohne den in Verruf geratenen Yildiz weiterzumachen, so dass Yildiz Ende November seine Anteile an Kolobev verkaufte. Kolobev hatte angekündigt, die Filialen wieder zu eröffnen. Doch einigen konnten sich Burger King und die Yi-Ko-Holding nicht.

Insolvenzverwalter wird um Wiedereröffnung bitten

Nach all den Querelen der Vergangenheit zog Burger King einen Schlussstrich und gab bekannt, dass es zu riskant war, sich noch einmal auf den ehemaligen Partner einzulassen. "Vor allem war es in der Kürze der Zeit und mangels ausreichender Informationen nicht möglich, die potenziellen Risiken in der ehemaligen Yi-Ko abzuschätzen", hieß es in einer Mitteilung von Burger King. Das Unternehmen selber sucht nun nach anderen Investoren: "Wir werden weiter versuchen, eine Lösung für die Wiedereröffnung der Restaurants und eine Sicherung der Arbeitsplätze zu finden". Nach dem Insolvenzantrag hat das Amtsgericht Stade den Juristen Marc Odebrecht als vorläufigen Insolvenzverwalter bei dem Franchise-Unternehmen eingesetzt. "Mit meinem Team werde ich mich unverzüglich mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage auseinandersetzen und mit den Beteiligten das Gespräch aufnehmen", so Odebrecht. Auf Grundlage dieser Analyse will der Insolvenzverwalter "prüfen und klären, ob und wann die Filialen wieder beliefert und eröffnet werden können".

Die Einreichung der Insolvenz bedeutet allerdings nicht das sofortige Aus für die 89 geschlossenen Restaurants und 3.000 Mitarbeiter. Der Insolvenzverwalter ist bemüht, die sogenannte Masse zu vermehren. Die Masse steht hier für das Vermögen, welches er an Gläubiger verteilen könnte. Das wächst jedoch mit dem Geschäftsbetrieb. Und so dürfte der Insolvenzverwalter sehr schnell die Gespräche mit dem US-Konzern suchen und um vorläufige Lizenzen für die Läden bitten. Danach wird er die 89 Filialen wohl weiterverkaufen.

11. Dezember 2014

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