Dehoga Bayern führt den GastroManagementPass ein

Im Jahre 2010 wurden fast 5.000 größere Hygiene-Mängel in Münchner Restaurants festgestellt, fast 1.000 Betriebe mussten Strafen zahlen und in 30 Fällen gab es sogar Anzeigen. Verglichen mit den Vorjahren sind die Mängel der Restaurants in München nicht gestiegen, was die Anzahl der Sorgenfalten auf den Stirnen der verantwortlichen Personen allerdings nicht verringert. Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband will nun mit dem GastroManagementPass eine Zertifizierung entwickeln, welche Hygiene- und Qualitätsstandards in gastronomischen Betrieben gewährleistet und nach außen sichtbar macht.

Im Mai diesen Jahres war eigentlich alles klar: Die Verbraucherschutzminister der Länder einigten sich darauf, die Restaurant-Ampel zum 1. Januar 2012 deutschlandweit einzuführen. Im Anschluss musste die Bundesregierung lediglich eine allgemeine Gesetzesgrundlage finden, was allerdings bis heute noch nicht geschah. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Meinungen der einzelnen Bundesländer. Nur eine gemeinsame Lösung kann zu einer Gesetzesgrundlage führen; ohne ist eine Hygiene-Ampel also nicht möglich (wir berichteten: Hygiene-Ampel hinkt).

Dehoga Bayern sei dem Gesetzgeber einen Schritt voraus

Ralf Schell, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Bayern, sieht sein Bundesland im Rahmen der Planungen zum GastroManagementPass einen Schritt vor dem Gesetzgeber.

Ab dem Jahre 2012 sollten die Bewertungen der letzten drei Hygiene-Kontrollen an den Eingangstüren und auf den Internet-Seiten der Restaurants zu finden sein. Nachdem nun deutschlandweit eine politische Diskussion rund um das Thema entstanden ist und eine Lösung in weite Ferne rückte, greift das Bundesland Bayern mit dem GastroManagementPass nun eigens durch: «Wenn der Rest des Landes keine Lösung findet, dann sorgen wir nun selber dafür, dass Gastronomen Qualifikationen wie Hygiene erfüllen. Mit diesem Schritt sind wir dem Gesetzgeber einen Schritt voraus», sagte Ralf Schell, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Bayern.

So grün ist das Licht dann doch nicht: Während eine politische Diskussion zum Thema Hygiene-Ampel entstanden ist, konzipieren einige Bundesländer an eigenen Lösungen.

Ein fünftägiges Seminar soll dem Gastronomen den GastroManagementPass bescheren. Inhalte des Seminars sind verschiedene Belehrungen zu einem korrekten Hygiene-Verhalten in der Gastronomie.

Der GastroManagementPass der Dehoga Bayern, welcher bis zum Jahresende konzipiert sein soll, ist auf drei Jahre befristet. Im Anschluss daran soll es eine Rezertifizierung geben, welche die Qualität nachhaltig sichert. In einer jeden Zertifizierung wird der Gastronom in den Modulen Hygiene, Unternehmensführung, Recht und Servicequalität geschult. Ausgezeichnet wird der gesamte Betrieb, nicht der Inhaber. Diese Maßnahme soll gewährleisten, dass alle Mitarbeiter Anteil haben. Das Fehlen von Kenntnissen in einem Modul kann in verschiedenen Seminaren erworben werden. Die Erstprüfung kostet 300 Euro, für Mitglieder des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG) 240 Euro. «Unser Ziel sind 1.000 Betriebe im ersten Jahr», so BHG-Hauptgeschäftsführer Ralf Schell.

26. September 2011

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