EU-Beschwerde: McDonald's soll Franchisenehmer ausbeuten

Bei der Brüsseler EU-Kommission ist nun eine formelle Beschwerde gegen die US-Fastfoodkette McDonald's eingegangen. Sie nutze ihre Geschäftspartner in Europa aus, heißt es.

Die internationale Dienstleistungsgewerkschaft SEIU und drei italienische Verbraucherschutzverbände haben bei der Brüsseler EU-Kommission eine formelle Beschwerde gegen McDonald's eingereicht. Ihr Vorwurf: Die US-Fastfoodkette nutze ihre Geschäftspartner europäischer Franchise-Restaurants aus, was zu einer schlechteren Qualität und höheren Preisen führe. Die EU-Kommission bestätigte die Beschwerde, welche nun untersucht werde, am gestrigen Dienstag.

McDonald's ist „der größte Franchisegeber und Immobilienbesitzer weltweit”, heißt es in der Beschwerde. Die Franchisenehmer würden auf rechtswidrige Weise ausgenutzt. Als Lizenznehmer betreibt ein Unternehmer das Restaurant in Eigenregie und erwirbt dafür Produkte vom Konzern. McDonald's dränge Franchisepartnern Mietverträge auf, die teilweise „zehn Mal über dem durchschnittlichen Marktpreis liegen”, was auch Auswirkungen für den Endverbraucher hat: In von Franchisenehmern betriebenen Restaurants seien die meisten Menüs teurer als in konzerneigenen Filialen. Auch ist es den Franchisenehmern „fast unmöglich”, aus den Verträgen zu kommen. Mehr als 80 Prozent der fast 1.500 Restaurants in Deutschland werden von selbstständigen Franchise-Partnern betrieben. Weltweit sind es rund 18.000 der 30.000 Filialen.

Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes

Eine kleine Portion Pommes koste in Franchise-Filialen in der französischen Hauptstadt Paris ganze 64 Prozent mehr als in den konzerneigenen Filialen der Stadt. Außerdem gebe es Auflagen, die dazu führten, dass die Kunden nicht nur weniger Auswahl hätten, sondern bei schlechterer Service-Qualität außerdem höherere Preise zahlen müssten. Die italienischen Verbände Codacons, Movimento Difesa del Cittadino und Cittadinanzattiva sowie die Gewerkschaft SEIU „bitten die Europäische Kommission dringend darum, die Vorwürfe zu prüfen und all seine Macht dazu zu nutzen, McDonald's zur Rechenschaft zu ziehen”, so Scott Courtney von SEIU.

McDonald's hingegen äußerte sich, ohne auf die Beschwerde einzugehen: „Wir sind stolz auf unsere Franchisenehmer”, erklärte eine Konzernsprecherin. „Dieser Ansatz, mit dem Prinzip, Risiken und Belohnung zu teilen, ist über viele Jahre erfolgreich gewesen und hat geholfen, für unsere Franchisenehmer die besten Geschäftschancen und für unsere Kunden das beste Gesamterlebnis zu schaffen”, erklärte die Sprecherin gegenüber AFP. Sollte die EU-Kommission die Empfindung der SEIU und der drei italienischen Verbraucherschutzverbände teilen, drohen McDonald's Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes.

13. Januar 2016

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