Frank Buchholz schließt Sternerestaurant

Foto: By Christian Kuhlmann (Christian Kuhlmann) [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABuchholz_Portr%C3%A4t_3.jpg">via Wikimedia Commons</a>
Foto: By Christian Kuhlmann (Christian Kuhlmann) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Nach 10 Jahren der Spitzenküche schließt Sternekoch Frank Buchholz sein Restaurant im Mainzer Stadtteil Gonsenheim. Persönliche Ansichten gaben den Ausschlag.

Mit der Entscheidung, sein Restaurant in Mainz zu schließen, trifft Frank Buchholz eine gut überlegte Entscheidung. Da der Stern dem Restaurant und nicht dem Koch zugeteilt ist, verliert Buchholz mit der Restaurantschließung seinen Michelin-Stern. Der 48-jährige Buchholz kehrt der Sterneküche somit nach 28 Jahren den Rücken und betont, dass die Gründe dafür nicht wirtschaftlicher Natur seien. Vielmehr gaben persönliche Ansichten den Ausschlag, so der Sternekoch. Laut Buchholz seien die Anforderungen der Gäste gestiegen, weshalb der Aufwand oft unverhältnismäßig sei.

Schon früh in der Sterneküche aktiv

Frank Buchholz war der erste, der einen Michelin-Stern nach Mainz holte. Nach der Schließung seines Restaurants hat die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz ab dem Jahreswechsel nur noch ein Sternerestaurant. Das Bundesland selber verfügt über derer 22.

Bereits bevor Buchholz im Jahre 2007 mit seinem Mainzer Restaurant den ersten Stern erkochte, war er 20 Jahre in der Sterneküche aktiv. Schon zwischen 1986 und 1996 verbrachte Buchholz seine Zeit in der Küche mit Experten wie Heinz Winkler, Franz Feckl und Gerd Käfer. Von 1996 bis 1999 war Buchholz "Maitre de Cuisine" des Brückenkellers in Frankfurt am Main. Bis 2005, als Buchholz sein Mainzer Restaurant eröffnete, arbeitete der gebürtige Dortmunder zumeist in eigenen Kochwerkstätten. Parallel wurde er durch Fernsehsendungen wie "Kochduell" und "Die Männerkochschule" bekannt.

Ich fühle mich mit dem Konzept nicht mehr wohl“, sagte Buchholz der Allgemeinen Zeitung. Ich selbst wollte die Sternegastronomie eigentlich für mich nie“, so der 48-JährigeMit dem Anspruch und dem Aufwand, der damit verbunden sei, „sehe ich für mich persönlich und geschäftlich keine Zukunft.“ In den letzten Monaten reifte seine Entscheidung, so dass Buchholz am Ende des Jahres einen Schlussstrich zieht. Am 31. Dezember ist im Restaurant Buchholz in Gonsenheim zum letzten Mal geöffnet,“ sagt Buchholz mit einem lachendem und einem weinenden Auge.

„Seit es das Bootshaus gibt, habe ich einen riesigen Spaß daran.“

Die Sternegastronomie, wie sie sich heute präsentiert, ist nicht mehr zeitgemäß. Mich stört der Zwang, der mittlerweile in der gehobenen Gastronomie herrscht, und damit meine ich nicht die Bewertungen durch Restauranttester. Es sind vielmehr die gestiegenen Anforderungen der Gäste und der unverhältnismäßige Aufwand, der nach meinem Empfinden zu groß und belastend geworden sind“, erklärt Buchholz. „Der einzige Grund, warum ich das Konzept des Gourmetrestaurants nicht fortsetzen möchte, ist mein ganz persönliches Verständnis von gehobener Gastronomie und hochwertiger Küche. Mit dem aktuellen Umständen und Trends in der Sterneküche kann und will ich mich nicht mehr identifizieren“, so der Koch, der in seinem Sternerestaurant gehobene regionale Küche mit mediterranen Einflüssen anbietet.

Seine Kochkurse möchte Frank Buchholz allerdings weiterführen. Auch das Restaurant Bootshaus, welches er im Jahre 2011 eröffnet hat, bleibt von der Entscheidung unberührt. Seit es das Bootshaus gibt, habe ich einen riesigen Spaß daran“, sagt der Sternekoch. Was er daran liebt: Das Bootshaus ist keines dieser hochstilisierten Sternerestaurants. Es ist locker, leger und unkompliziert. Das passt zu dem Familienvater, der sich in Zukunft nicht mehr verbiegen“ will.

Alle Mitarbeiter werden weiterbeschäftigt

Vielleicht wird Buchholz das Restaurant in Mainz-Gonsenheim auch weiterführen. Wenn, dann natürlich im Stile eines Landgasthofes. Dies käme der von ihm präferierten legeren Stimmung am nächsten. Fest stehe allerdings, dass Buchholz ab Januar erstmal, wie er sagt, „ein bisschen Zeit für mich“ benötigt. Seine Mitarbeiter können aufatmen: Alle Angestellten werden weiterbeschäftigt. Arbeit gibt es bei uns genug. Nur weil ich mich von der Sterneküche verabschiede, bedeutet das keinen Stillstand für mich. Ich brenne weiter für alle meine Projekte. Mein Wirkungskreis und meine Zentrale bleiben Mainz und insbesondere Gonsenheim“, sagt Buchholz.

11. September 2015

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