Gault Millau 2011: Prominenz ist nicht alles

Foto: By Management Töne Stallmeyer GmbH (MTS GmbH per OTRS) [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ASteffen_Henssler_Portrait.jpg">via Wikimedia Commons</a>
Foto: By Management Töne Stallmeyer GmbH (MTS GmbH per OTRS) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Ein ewiges Thema bei der Bewertung von Restaurants ist die Berücksichtigung derer Prominenz. In der Vergangenheit gab es immer wieder laute Stimmen die behaupteten, dass manche Restaurantführer prominente Restaurants durch aufgewertete, nicht der Realität entsprechenden Bewertungen schützen wollen. Der Gault Millau beweist jetzt das Gegenteil.

Der Restaurantführer französischen Ursprungs war vor allem in Hamburg aktiv, wo Thomas Martin mit seinem Jacobs Restaurant im Hotel Louis C. Jacob die unglaubliche Note von 18 aus 20 möglichen Punkten einfuhr. Laut dem seit 1969 bestehenden Restaurantführer ist dies damit die beste Adresse der Hansestadt.

Prominentere Köche wurden allerdings eher abgestraft. Während Tim Mälzer mit seinem Restaurant Bullerei nur auf 13 Punkte kommt, erreicht auch Steffen Henssler nur eine relativ durchschnittliche Bewertung. Sein Restaurant Henssler & Henssler wurde mit "nur" 14 Punkten bewertet.

Das Tafelhaus in Hamburg, welches das Restaurant des Restauranttesters Rach ist, kam auf 16 Punkte. Bei Hensslers Restaurant bemängelt der Gault Millau vor allem die Qualität der Speisen ("Die Sushi kommen von Grobmotorikern"). Allerdings fanden die Tester das Restaurant "stets knallvoll" vor.

Seit Jahren fällt auf, dass die Bewertungen des Gault Millau oft sehr stark von denen des Guide Michelin abweichen. So bekommt zum Beispiel Gerald Zogbaum, seines Zeichens Inhaber des Restaurants Küchenwerkstatt (ebenfalls in Hamburg), dieses in diesem Jahr stark zu spüren. Zogbaum, seit letztem Jahr Inhaber eines Sterns, bekam mit seinem Restaurant in diesem Jahr nur 15 Punkte und damit so viele wie das Restaurant Fischereihafen in Hamburg. Mit dem soliden Fischrestaurant der Elbstadt hat die Küche der Küchenwerkstatt relativ wenig gemeinsam.

Auch Sylt ist ein Pflaster für dieses Phänomen. Johannes King vom Söl'ring Hof wird trotz zweier Sterne im Guide Michelin mit 17 Punkten abgespeist. Das gleiche Schicksal wiederfährt Alexandro Pape vom Fährhaus, welcher vor kurzem mit dem zweiten Stern ausgezeichnet wurde.

23. November 2010

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