Immer mehr Restaurants mit Strafgebühr für Essensreste

Immer mehr Restaurants verlangen eine Strafgebühr, wenn der Gast seinen Teller nicht aufisst. Doch hat das Konzept, welches die Verschwendung von Lebensmitteln eindämmt, auch Zukunft?

Ein neuer Trend hat die Gastronomie erreicht. Immer mehr Restaurants erheben eine Strafe, insofern der Gast nicht aufisst. Bis zu zwei Euro pro 100 Gramm sind dann fällig. In Anbetracht der Tatsache, dass alleine in Deutschland pro Jahr mehr als eine Milliarde Kilogramm Lebensmittel im Müll landen, scheint die Idee auch sehr wertvoll zu sein. Doch sehen das auch die Gäste so?

Eines der Restaurants mit Strafgebühr ist zum Beispiel das Yuoki in Stuttgart. Chef Guoyu Luan berechnet eine Strafgebühr, wenn der Gast auf seinem Teller Reste übrig lässt. Und damit ist der Gastronom längst nicht alleine. Viele Restaurantbesitzer machen sich derzeit intensiv Gedanken darüber, wie sie die Lebensmittelverschwendung eindämmen können. Vor allem in asiatischen Restaurants mit „All you can eat“-Angebot ist die Gebühr seit einiger Zeit salonfähig. Das Angebot von Guoyu Luan trägt den Namen „Taste 120“: Zwei Stunden lang dürfen die Gäste des Restaurants in Stuttgart so viel essen, wie sie wollen. Die Bestellungen - ein Buffet gibt es nicht - erfolgen per iPad. Jeweils erlaubt Luan die Bestellung von maximal fünf Gerichten. Wenn jedoch Essensreste übrig bleiben, muss der Gast einen Euro zahlen. Die eingenommenen Strafgebühren spendet Luan für einen guten Zweck.

Jeder Deutsche wirft jährlich 82 Kilogramm Lebensmittel in den Müll

Eine ähnliche Regel hat das Restaurant Okinii in Düsseldorf bereits seit mehreren Jahren. Wer dort Essensreste auf dem Teller zurücklässt, zahlt ebenfalls einen Euro. Bei warmen Mahlzeiten sind es sogar zwei Euro pro Speise. Im Restaurant Himalaya in Menden kosten Reste ab 100 Gramm pro Teller einen Aufpreis von zwei Euro. Während sich einige Gäste gegen die Strafgebühr wehren, erkennen viele den sinnvollen Zweck. Schließlich heißt es ja auch: „Der Zweck heiligt die Mittel.“

Darüber hinaus scheinen diese Maßnahmen notwendig zu sein: Wie eine Studie des Bundesverbraucherministeriums im Jahre 2012 ergab, wirft jeder Deutsche 82 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr in den Müll. Dabei wären rund zwei Drittel davon noch genießbar. Auch wenn die Strafgebühr sicherlich nicht alle Probleme löst, hat sie zumindest einen Vorteil: Das Thema Lebensmittelverschwendung bekommt in der Branche eine immer größere Bedeutung.

17. August 2016

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