Je dicker der Kellner, desto fetter die Rechnung

Dicke Kellner sind gut für den Umsatz! Wie eine aktuelle Studie der Universität Jena zeigt, bestellen wir bei dicken Kellnern viel mehr als bei dünneren Kollegen.

Dass wir leicht zu manipulieren sind, zeigt nicht zuletzt die Anordnung der Produkte in Supermärkten. Doch dass wir auch in Restaurants beeinflusst werden können, war uns bislang nicht bekannt. Eine Studie der Universität von Jena zeigt nun, dass wir bei dicken Kellnern deutlich mehr bestellen als bei dünneren Kollegen. Wenn Sie also in Zukunft nur noch dicken Kellner begegnen, dann wissen Sie, dass Gastronomen die Studie aus Jena ebenfalls gelesen haben.

Das Ergebnis der Studie, welche die Uni Jena gemeinsam mit der Cornell Universität in New York anfertigte, zeigt: Die Wahrscheinlichkeit einer Dessert-Bestellung ist bei einem dicken Kellner viermal höher als bei einem Kollegen mit einer normalen Figur. Warum ist das so? Eine übergewichtige Person „etabliert eine soziale Norm“, so schreiben die Forscher. Der Kellner nimmt den Restaurant-Gästen also das schlechte Gewissen, welches sie grundsätzlich haben. Denn schließlich möchte niemand wirklich sündigen und zunehmen. Die Studie, für die 497 Bestellvorgänge in 60 verschiedenen Restaurants beobachtet wurden, stellt außerdem heraus, dass die Verführung zur Bestellung unabhängig von unserem Gericht erfolgt.

Helles Licht, laute Musik, dicke Kellner

Neben hellem Licht und lauter Musik, beides animiert uns zur Bestellung, ist nun also ein weiterer Grund für übermäßige Bestellungen bekannt: Dicke Kellner. Bestellten Gäste ihr Menü bei einem Kellner oder einer Kellnerin mit einem größeren Body-Mass-Index (BMI), orderten sie viermal häufiger einen Nachtisch. Auch der Alkoholkonsum lag um 17 Prozent höher, wie die Forscher Tim Döring und Brian Wansink herausfanden. Schließlich gehen wir nicht in Restaurants, um abzunehmen. Ein etwas fülliger Kellner kann uns leichter dazu bringen, unsere guten Vorsätze etwas schleifen zu lassen.

Um den größeren Reizen widerstehen zu können, sind einfache Regeln aufzustellen - zum Beispiel: Kein Nachtisch nach dem Mittagessen und kein Alkohol unter der Woche. Zur Not und bei wirklich undisziplinierten Gästen helfen auch Tricks wie kleineres Besteck und langsameres Kauen. Doch vielleicht können Sie sich ja auch bereits im Vorhinein entscheiden, was Sie im Restaurant essen. Die Speisekarte finden Sie vermutlich online oder an der Eingangstür. Vorteil: Der Kellner ist noch nicht zu sehen...

08. Januar 2016

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