Jetzt steht es fest: Restaurant-Ampel schon 2012

Ab dem nächsten Jahr werden es Restaurantbesucher einfacher haben, die Qualität eines Restaurants zu erkennen: In Deutschland wird die Restaurant-Ampel eingeführt. Die Verbraucherschutzminister der Länder haben sich am Donnerstag bei einer Sonderministerkonferenz in Bremen darauf geeinigt. Die Bundesregierung ist jetzt aufgefordert, eine dementsprechende Gesetzesgrundlage zu schaffen.

Ab Januar 2012 werden deutschlandweit alle Restaurants ihre Bewertungen der vergangenen drei Kontrollen veröffentlichen. Ein Plakat mit den Bewertungen muss dann an der Eingangstür hängen oder auf der Internetseite zu finden sein. Geschieht dies nicht, drohen Bußgelder.

Das System scheint einfach: Die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen sollen detailliert veröffentlicht werden, um dem Verbraucher mehr Transparenz zu bieten. 139.000 Mängel im Jahre 2010 setzen die Verbraucherschutzminister der Länder unter Druck, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Mit der Restaurant-Ampel werden die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen transparenter gestaltet. Bestandteile sind zum Beispiel die Sauberkeit der Küche und die Lagerung der Lebensmittel. Für jeden Mangel vergeben die Kontrolleure Risikopunkte. Je mehr Risikopunkte ein Restaurant hat, desto schlechter fällt die Bewertung aus. Maximal 80 Punkte können vergeben werden. Anschließend werden die Punkte in eine Skala eingetragen, in dieser Restaurants mit 0-40 Punkten im grünen Bereich liegen und daher keinen Anlass zur Sorge geben. Zwischen 41 und 60 Punkten befindet sich der gelbe Bereich, welcher aussagt, dass die Kontrolleure einige Mängel gefunden haben. Hat ein Betrieb 61 oder mehr Punkte erhalten (roter Bereich), so besteht Anlass zur Skepsis.

Dehoga ist gegen die Restaurant-Ampel

Während der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) gegen eine Einführung der Restaurant-Ampel ist, hat NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel eine klare Stimme für die Einführung.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverbend (Dehoga) ist gegen die bereits seit Monaten geplante Restaurant-Ampel (wir berichteten). Die bestehenden Gesetze und Sanktionsmöglichkeiten seien völlig ausreichend. «Die Restaurant-Ampel lehnen wir ab. Dieses System ist geeignet, Existenzen zu gefährden», so Verbandspräsident Ernst Fischer.

«Es ist bedenklich, dass der Gastronom keinen Anspruch auf eine zeitnahe Regelkontrolle oder eine Nachkontrolle hat. So kann es nicht sein, dass nach Beseitigung aller festgestellten Mängel eine Negativbewertung im Eingangsbereich den Betrieb jahrelang als schlecht deklariert, auch wenn er inzwischen hygienisch einwandfrei ist», führt Fischer aus.

NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) hingegen sieht das ganz anders. «Die Einführung der Restaurant-Ampel ist ein Meilenstein für den Verbraucherschutz. Die Transparenz des Ampelsystems ist kaum zu übertreffen», so Remmel. Die Restaurant-Ampel schaffe Sicherheit und Vertrauen.

18. Mai 2011

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