Keine Smileys mehr für NRW-Restaurants

Das dänische Smiley-System sollte der Vorreiter für das deutsche Konzept werden. Nordrhein-Westfalen setzte die Idee vor sechs Jahren um. Nachdem bis jetzt lediglich 520 Gastronomiebetriebe einen Smiley erhalten haben, stampft Landwirtschaftsminister Johannes Remmel die Aktion ein. Jetzt soll die Restaurant-Ampel folgen.

Das NRW-Verbraucherschutzministerium zieht sechs Jahre nach der Einführung des freiwilligen Systems für lebensmittelverarbeitende Betriebe eine negative Bilanz und lässt das Model nun auslaufen. Von 93.000 Betrieben in NRW haben lediglich 520 eine Prüfung beantragt. «Wir sehen an dem Smiley, dass sich die freiwillige Transparenz weder durchgesetzt, noch zu einem nennenswerten Rückgang bei den Beanstandungen geführt hat. Deswegen werden wir das Projekt jetzt auslaufen lassen. Am Ende des Jahres wird es eingestellt. Der Smiley soll durch ein verpflichtendes Ampel-System ersetzt werden, sobald die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen geschaffen wurden», kündigte Landwirtschaftsminister Johannes Remmel an.

Gastronomiebetriebe und Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung wie Betriebskantinen oder Krankenhausküchen sowie Fleischereien und Bäckereien konnten mit dem Smiley-Symbol seit 2007 ausgezeichnet werden, wenn sie bei den regelmäßigen amtlichen Lebensmittelkontrollen gut oder sehr gut abgeschnitten haben. Da sich allerdings nur 14 Kommunen aus NRW daran beteiligten, blieb auch die Anzahl der teilnehmenden Betriebe gering. Bereits im Juni will das Ministerium die Restaurant-Ampel in Duisburg und Bielefeld testen. Über zwei Jahre wird das neue Transparenzsystem für Lebensmittelkontrollen im Bereich der Gastronomie getestet.

Keine Verbesserung

Auch bemängelt das Ministerium die Ergebnisse des sechsjährigen Smiley-Projektes. Es gäbe keine wesentliche Verbesserungen. Im Jahre 2011 wurden bei amtlichen Lebensmittelkontrollen in NRW rund 55.620 Restaurants, Imbisse und Cafés kontrolliert. Dabei wurden Mängel in 17.729 Betrieben festgestellt. «Es zeigt sich, dass wir den Druck auf die schwarzen Schafe erhöhen müssen, um Fortschritte für die Verbraucher zu erreichen. Wir möchten den Kunden den Blick in die Küche ermöglichen. Dann können wir auch Verbesserungen erreichen», sagte Remmel. An die Stelle des Smileys wird nun eine verpflichtende Gastro-Ampel als neues System treten, um die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen transparenter zu gestalten.

05. April 2013

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