Keine zweite Serviette - Kunde verklagt McDonald's

Der amerikanische Wahnsinn geht weiter: Ein Kunde verklagt McDonald's und verlangt 1,5 Millionen US-Dollar, weil er keine zweite Serviette zum Burger bekam. Er glaubt, das geschah wegen seiner Hautfarbe.

Der skurrile Rechtsstreit ist auf Webster Lucas aus Kalifornien zurückzuführen, der in einer Filiale im kalifornischen Pacoima einen Royal TS mit Käse bestellt hat. Lucas bat die Mitarbeiter um eine weitere Serviette. Daraufhin sei er jedoch rüde zurückgewiesen worden. Lucas, der Afroamerikaner ist, antwortete laut Anzeige mit: "Ich hätte bei ,Jack in the box' essen gehen sollen, ich bin nicht hierhergekommen, um mich über Servietten zu streiten. Ich bin gekommen, um zu essen."

Im Anschluss daran, so erzählt Lucas, sei die Angelegenheit in Rassismus abgeglitten. Der mexikanischstämmige Manager habe nämlich abfällig etwas von "ihr Typen" gemurmelt, womit er laut Lucas auf Afroamerikaner angespielt haben soll. Der Kläger schrieb nach dem Vorfall einen Brief an die Geschäftsführung von McDonald's. Er behauptete per Mail, dass er nicht mehr arbeiten könne wegen "Seelenqualen", die er aufgrund des Serviettenstreits durchleiden würde. Dass man ihm als Entschädigung Hamburger angeboten habe, sei eine Beleidigung gewesen.

Auch wenn die Geschäftsführung sich bei Webster Lucas entschuldigte und die "hundertprozentige Kundenzufriedenheit" in den Mittelpunkt stellte, klagt Lucas nun auf 1,5 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Dies ist nicht der erste Fall in der Unternehmensgeschichte von McDonald's. Bereits vor 20 Jahren ging die Klagenserie los. Damals verklagte eine Amerikanerin die Firma, weil sie sich brühend heißen Kaffee, den sie gerade dort gekauft hatte, über die Beine schüttete und schwere Verbrennungen erlitt. Ein Gericht sprach ihr 640.000 Dollar Schadenersatz zu. Seitdem steht nun in Amerika auf Kaffeebechern die Warnung, dass Kaffee ein heißes Getränk ist. Ende 2013 verklagte eine Kundin die Kette, weil der Deckel eines Kaffeebechers angeblich "fahrlässig, sorglos und unsachgemäß“ angebracht war.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt auch Webster Lucas eine Plattform: Aufgrund "unzumutbarer seelischer Schmerzen" könne er derzeit nicht mehr zur Arbeit gehen. Seine Chancen stehen nicht schlecht. Das US-Recht macht es Verbrauchern in vielen Fällen deutlich einfacher als in Europa, Summen in Millionenhöhe einzuklagen.

11. März 2014