«La Vie»-Chef Bühner wehrt sich gegen anonyme Anfeindungen

Foto: obs/DER FEINSCHMECKER
Foto: obs/DER FEINSCHMECKER

Thomas Bühner ist einer der ganz Großen der Gastronomie. Mit drei Sternen im Guide Michelin 2014 und 19 von 20 möglichen Punkten im Gault Millau ist sein Restaurant La Vie in Osnabrück kaum besser zu bewerten. Doch nun sieht sich Sternekoch Bühner in seiner Existenz bedroht.

Vor kurzem erhielt Thomas Bühner einen anonymen Brief. «Ganz normale Durchschnittsbürger dürfen das Restaurant nicht betreten, weil sie dementsprechend nicht die passende Kleidung und das nötige Kleingeld haben», heißt es von dem namenlosen Schreiber. Der droht damit, die Öffentlichkeit zu informieren. Dem ist Bühner nun mit einem Pressegespräch zuvorgekommen. Der 51-jährige Spitzenkoch will zeigen, dass jeder Gast den gleichen Service genießt, «egal ob er eine Jeanshose für 80 Euro trägt», oder im feinen Zwirn das Restaurant betritt. Bühner wehrt sich gegen die anonymen Vorwürfe. «Das ist eine Lüge.»

Bereits seit dem Jahre 2006 ist das Restaurant La Vie in Osnabrück eine der wenigen deutschen Nobeladressen. Mitten in der Osnabrücker Altstadt präsentiert Bühner hier ein Weltklasse-Restaurant. Die Situation macht ihm zu schaffen. «Ich habe mir selten vor einer Veranstaltung so in die Hose gemacht wie vor dieser», so Bühner während des Pressegesprächs. Denn schon vor zwei Jahren hat es Gerüchte gegeben, im La Vie seien Rote Karten vergeben worden. Ziel der Verweise seien Gäste gewesen, die mal gelacht oder zum gegenseitigen Probieren das Besteck untereinander getauscht hätten. «Das stimmt nicht», bekräftigt Bühner. Im La Vie gebe es nicht mal mehr einen Dresscode.

Schon vor zwei Jahren spürte Bühner die Konsequenzen der kursierenden Geschichte der Roten Karten. Es habe besorgte Nachfrage und auch Stornierungen gegeben, ohne dass er die Chance gehabt hätte, die Geschichte aus der Welt zu schaffen. «Ich will jetzt nicht wieder hinterherlaufen», so der Sternekoch. Denn der anonyme Verfasser des Briefes schreibt: «Und somit haben sie mich und auch andere sehr wohlhabende Familien als sehr gute Kunden verloren». Dabei ist Osnabrück seine Heimat. Hier hat er seine Existenz. Und für die kämpft er.

«Ich genieße den Standort total», so lässt Bühner wissen. Doch für seine Kollegen in New York, London und Paris sei es natürlich einfacher. «Wir kämpfen um jeden Gast», gibt er unverhohlen zu. Anzeige gegen Unbekannt hat Bühner nicht gestellt: «Da kommt eh nichts raus, die Polizei hat Wichtigeres zu tun.»

06. Dezember 2013

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