Legendäres Restaurant «El Bulli» schließt

Der mit seiner Molekular-Küche bekannt gewordene Ferran Adrià, Besitzer und Chefkoch des Restaurants El Bulli, öffnete am vergangenen Samstag zum letzten Mal die Pforten seines mehrfach zum weltbesten Restaurant gewählten Schmuckstückes. Im nördlich von Barcelona gelegenen Restaurant fand am vergangenen Samstagabend ein Fest von Adriàs eingeladenen Persönlichkeiten statt. Aus dem Restaurant soll 2014 eine Stiftung werden.

50 Gäste tummelten sich am Samstagabend im Restaurant an der Costa Brava. Diesen Gästen servierte der 49-jährige Ferran Adrià ein 50-Gänge-Menü mit Gerichten seiner berühmten Molekularküche. In Cala Montjoi gelegen, soll das El Bulli zu einer Stiftung zur Ausbildung von Spitzengastronomen werden.

Der Koch, welcher jährlich circa 8.000 Gäste bewirtete und im Jahre 1987 Chefkoch des Restaurants wurde, freut sich auf die Zukunft, sieht aber zugleich die Arbeit: «Die Umwandlung in eine Stiftung ist nicht einfach, wir haben viel zu organisieren», so der 49-jährige Katalane. Bereits fünf Mal erhielt Ferran Adrià mit seinem Restaurant die Auszeichnung zum weltbesten Lokal.

Nunmehr 24 Jahre ist es her, als Adrià sein Amt antrat. In einer abgelegenen Bucht an der Costa Brava hatte er im verganenen Jahr bereits angekündigt, sein Restaurant vorübergehend schließen zu wollen. Das Restaurant soll nun endgültig in eine Stiftung für neue Produkte und Konzepte der Gastronomie umgewandelt werden; sogar Stipendien für Nachwuchsköche soll es geben.

Der als einer der besten Köche der Welt geltende Adrià bekam zwei Millionen Anfragen nach Tischreservierungen pro Jahr. Jedoch fasste sein Restaurant lediglich 50 Plätze, so dass viele Interessierte enttäuscht werden mussten. Aber genau das sei das Problem: Die Arbeit habe ihm keine Zeit mehr für Neuigkeiten der Branche gelassen.

Vom Minigolf-Café zum Drei-Sterne-Restaurant

Das Restaurant El Bulli entstand 1961, als ein deutsches Ehepaar auf dem Gelände des heutigen Restaurants einen Minigolfplatz einrichtete und diesen ein paar Jahre später um eine Gastronomie erweiterte. Der französische Koch Jean Louis Neichel sorgte für den ersten Michelin-Stern; bereits in den 70er-Jahren war das Restaurant in aller Munde.

Nachdem Adrià nach der Übernahme des Restaurants sogar eigenhändig auf Fischfang ging, entwickelte sich das Restaurant nach und nach. Das fünf Mal zum besten Restaurant der Welt ausgezeichnete El Bulli ist im Jahre 2007 sogar Teil der Kasseler documenta, weil das Restaurant «eine künstlerische Erfahrung» sei, so Documenta-Direktor Buergel.

Ein Markenzeichen der Molekularküche, wie sie Ferran Adrià betreibt, sind außergewöhnliche Zutaten, welche teils aus dem industriellen Umfeld stammen. Ungewöhnliche Kombinationen, wie etwa Pappardelle mit Vanille-Parmesansauce. Schon die Zubereitung eines Alsterwassers dauert in Molekular-Manier zwei Stunden. Bezeichnend für diese hohe Kunst der Küche mag es auch sein, dass sich der TV-Sender Arte vor einigen Jahren gegen eine Behandlung des Themas der Molekularküche entschied, da kein Mitarbeiter gefunden wurde, der die Rezepte Adriàs nachkochen wollte. Seine Gerichte seien schlichtweg zu kompliziert.

02. August 2011

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