Mit Google auf Restaurantsuche

Vor einem Jahr kaufte Google den Restaurantführer Zagat für eine Summe zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar. Nun folgte die Integration der Restaurant-Daten in den neuen Dienst Google+ Local. Quelle: googleblog.blogspot.de

Wie wir im vergangenen Jahr berichteten, hat Google den Restaurantführer Zagat gekauft. Dass das amerikanische Unternehmen einen Datenschatz aufkauft, ist nicht neu. Die Politik Googles war es bislang stets, den erworbenen Datenschatz anschließend an die Nutzer zu verschenken: Als Dank für ihre Aufmerksamkeit für Googles Verdienstquelle Nummer eins: Werbung. Nun setzte Google den Kauf des Restaurantführers um und integrierte die Daten in den neuen Dienst Google+ Local.

Mit dem neuen Dienst der Suchmaschine können nun auch Orte wie Restaurants und weitere Locations gesucht und bewertet werden. «Ein wesentlicher Teil unseres Lebens besteht aus der Suche nach den besten Plätzen», schreibt Avni Shah, Director of Product Management, in der Ankündigung zu Local. Google+ Local, von vielen Nutzern, als Anspielung auf die Weiterentwicklung, «Places 2.0» genannt, bewertet Orte ausgehend von Nutzerberichten auf einer Skala von null bis 30 Punkten. Nähere Informationen zu den Zagat-Bewertungen und inwiefern diese mit den alten Bewertungen des Places vermischt wurden, gibt Google nicht. Zusätzlich zu den Bewertungen können Nutzer Fotos hochladen.

Es folgen weitere Updates

Die Zagat-Daten wurden ebenfalls in den Dienst Google Maps integriert. Nun ist es dem Google-Nutzer möglich, auch Restaurants über den Dienst zu finden. Quelle: googleblog.blogspot.de

«Zagat bietet seit über drei Jahrzehnten hochwertige Rezensionen an, die alle auf Benutzerangaben basieren. Alle Bewertungen werden jetzt auf den Google+-Local-Seiten hervorgehoben», schreibt Shah.

Die neuen Bewertungen des einzelnen Nutzers sind nun in die Kategorien Qualität, Räumlichkeiten und Service unterteilt. Die Skala geht dabei jeweils von 0 (schlecht) bis 3 (hervorragend). «Der Service ist auch in Google Maps, der Websuche und Google Maps für Android-Geräte integriert», so Avni Shah. Später soll der Service auch für iOS-Geräte zur Verfügung stehen. Zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar soll Google für den Restaurantführer Zagat gezahlt haben, dessen Daten nun integriert wurden. Nutzer bekommen Angaben und Empfehlungen auch von Bekannten aus den eigenen Kreisen.

Google lässt Muskeln spielen

Der neue Dienst, mit dem Restaurants, Museen, Geschäfte, Plätze und andere Orte über das soziale Netzwerk Google+ gesucht und bewertet werden können, ist in der Navigationsleiste am linken Rand in Google+ integriert. Mit Hilfe der Standortbestimmung erkennt die Suchmaschine, wo sich der Nutzer befindet und zeigt Orte in der Nähe an.

Gigant Google lässt also erneut seine Muskeln spielen und macht einen weiteren Schritt bei der immer enger werdenden Verknüpfung einzelner Dienste. «Heute haben wir nur den ersten Schritt getan, und in den kommenden Monaten wird es noch weitere Updates geben», kündigte Shah an. Ob sich einzelne Restaurantführer nun fürchten müssen, ist fraglich. Sicherlich wird sich Google quantitativ durchzusetzen wissen, doch auch qualitativ? Das bleibt abzuwarten.

21. Juni 2012

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