Okinii in Düsseldorf: Wer nicht aufisst, muss zahlen

Ein japanisches Restaurant in Düsseldorf sagt der Lebensmittelverschwendung mit ungewöhnlichen Mitteln den Kampf an: Im Okinii müssen die Gäste zahlen, wenn sie etwas nicht essen.

Restaurantleiter Tien Tran kann mit seinem Job zufrieden sein. Das Okinii in Düsseldorf ist rappelvoll. Sogar unter der Woche stehen die Menschen Schlange vor dem Restaurant. Und das obwohl er seine Gäste zur Kasse bittet, wenn sie nicht aufessen. «Es geht nicht darum, daran zu verdienen. Wir wollen nur nicht so viele Lebensmittel verschwenden», sagt Tran.

Das Restaurant in der Immermannstraße ist mit seinen 180 Plätzen meistens voll. Die Speisen reichen von Shake Nigiri, Spicy Tuna Rolls und California Maki bis zu gegrillten Lammkoteletts, knusprig gebackenen Entenstreifen mit Teriyaki Sauce oder gegrillten Garnelenspießen. Im Okinii bezahlt man einmal und kann so viel essen, wie man mag. Dies funktioniert aufgrund des extravaganten Bestellkonzeptes. Per iPad kann der Gast aus den mehr als 100 Gerichten auswählen. Pro Bestellrunde kann man maximal acht Gerichte nehmen. Nach zehn Minuten kann man eine weitere Runde angehen, maximal 2,5 Stunden lang geht es dann so weiter.

«Wir sind da nicht dogmatisch»

Per iPad gelangen die Bestellungen der Gäste im Okinii in Düsseldorf in der Küche.

Reste werden für kalte Speisen mit einem Euro pro Gericht und für warme Speisen mit zwei Euro berechnet. Wenn es dem Gast nicht schmeckt, wird natürlich für Überbleibsel nichts berechnet. «Wir sind da nicht dogmatisch», so Tran. Tatsächlich hilft das Konzept auch bei der Preiskalkulation. Wenn wenig Ware entsorgt werden muss, kann das Okinii seine Speisen auch so günstig anbieten. Bei diesem Restaurant in Düsseldorf handelt es sich um keinen dieser bekannten Billig-Japaner, die gänzlich ohne Qualität auskommen. Das Okinii bietet Thunfisch in Sashimi-Qualität an und verkauft Lammfleisch oder Rinderfilet, das man mit Genuss auch roh verzehrt. «Wir könnten das überhaupt nicht zu dem Preis anbieten, wenn wir ähnliche Mengen wie die Buffet-Anbieter wegschmeißen müssten», so Tran.

Und dank der Regelung, dass der Gast für Reste bezahlen muss, ist der Anteil der zu entsorgenden Lebensmittel verschwindend gering. Natürlich ist die Preiskalkulation das eine. Auf der anderen Seite ginge es natürlich auch darum, ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen, versichert Restaurantleiter Tien Tran.

24. September 2013

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