Premium-Lieferdienste: Essen auf Rädern für Gourmets

Mit Foodora und Deliveroo starteten kürzlich zwei Lieferdienste, die ein ähnliches Konzept verfolgen: Sie bringen das Essen der Gourmet-Restaurants zu Ihnen nach Hause. Die Konkurrenz in dem neu entstandenen Segment ist groß.

Mit den Lieferdiensten Foodora und Deliveroo strömten kürzlich zwei Unternehmen auf den Gastronomie-Markt, die eine ähnliche Idee verfolgen: Sie liefern das Essen der Gourmet-Restaurants. „Wir ermöglichen den Gastronomen, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: kochen. Den Rest übernehmen wir“, sagt Bodo von Braunmühl, Sprecher der Delivery Hero Holding, zur Deutschen Presse-Agentur. Zur Delivery Hero Holding gehört auch Foodora.

Während Foodora seit Spätsommer 2014 ausliefert, startete Deliveroo im April 2015. Beide Dienste sind inzwischen in vielen deutschen Großstädten und auch in anderen Ländern verfügbar. Die technische Umsetzung dürfte uns allen von Lieferando, Lieferheld und Co. bekannt sein: Auf einer Online-Plattform tippt der User die Lieferadresse ein und erhält potentielle Restaurants angezeigt. Dann wählt er sein Essen, bezahlt bargeldlos und nun heißt es warten. Innerhalb einer halben Stunde kommt das Essen per Fahrradkurier. Jetzt fragen Sie sich: Foodora oder Deliveroo? Ganz ehrlich... egal, denn beide Anbieter haben in etwas das gleiche Angebot mit den gleichen Preisen. Einzig die Verfügbarkeit variiert je nach Ort.

„Ein sehr harter Konkurrenzkampf“

Das sieht sogar Felix Chrobog so: „Wir haben ein ähnliches Produkt“, so der Geschäftsführer von Deliveroo. Und auch Foodora-Geschäftsführer Julian Dames sagt: „Natürlich spielen wir im selben Markt.“ Viele Restaurants bieten ihre Speisen sogar auf beiden Plattformen an, was die Parallelen der Startups zeigt. Beide Lieferdienste verfügen über hohe Zuwächse. Während Deliveroo-Geschäftsführer Chrobog von einer Zunahme des Bestellvolumens um 30 Prozent pro Woche spricht, nennt Foodora-Chef Dames ein monatliches Umsatzplus von 15 Prozent in den 14 Ländern, in denen das Unternehmen liefert.

Zur Konkurrenz innerhalb des Marktes sagt Deliveroo-Chef Chrobog, dass es „ein sehr harter Konkurrenzkampf ist“. Der harte Wettbewerb zwischen Foodora und Deliveroo ist auch auf den Straßen deutlich zu registrieren. Auf Berliner Plakatwänden wirbt Foodora mit "Berlin isst anders" in türkis und Deliveroo mit "Jeder Kiez isst anders" in pink. Wer das Rennen um den deutschen Markt gewinnt, das liegt vor allem an der Langatmigkeit der Investoren. Noch sind die beiden Chefs gelassen, was kleinere Eindringlinge in ihren Markt betrifft. Gegenüber dem Magazin "Gründerszene" sagt Deliveroo-Deutschland-Chef Chrobog, dass er sich „geschmeichelt fühlt, wenn die Konkurrenz unseren Claim kopiert“. Auch Foodora-Chef Julian Dames weist gelassen darauf hin, dass der Slogan „keine Kampfansage“ sei, sondern Foodora „vielmehr Berlins kulinarische Vielfalt zelebrieren“ möchte.

Beide Dienste erheben eine Bestellgebühr von 2,50 Euro. Bei Deliveroo zahlt das Restaurant 30 Prozent, eine Zahl, die auch Foodora vor wenigen Monaten bestätigte. Allerdings möchte sich das Unternehmen aktuell nicht zur Provisionshöhe äußern.

26. November 2015

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