Restaurants müssen künftig nach EU-Vorgaben kochen

Schon bald müssen Gastronomen ihre Speisekarten überarbeiten. Die EU zwingt Restaurants dazu, 14 Lebensmittel ausdrücklich auszuführen. Diese Lebensmittel können Allergien auslösen. Foto: © ExQuisine - Fotolia.com

Schon bald müssen Gastronomen ihre Speisekarten überarbeiten. Die EU zwingt Restaurants dazu, 14 Lebensmittel ausdrücklich auszuführen. Diese Lebensmittel können Allergien auslösen.

Zwar hat der Gast so nun weniger Risiko in Kauf zu nehmen, dass die Speisen Allergien auslösen. Allerdings ist die EU-Vorgabe auch damit verbunden, dass die Wirte vermehrt Fertigprodukte nutzen werden. Denn schließlich sind diese Produkte bezüglich ihrer Inhaltsstoffe einfacher zu kontrollieren. Die Lebensmittel-Industrie, die für diese Verordnung intensive Lobbyarbeit betrieben hatte, feiert damit einen großen Erfolg.

Gourmets befürchten, dass die Individualität der einzelnen Köche und Speisen mit der Entscheidung weiter eingegrenzt werden. Selbst ein Schuss Sahne in der Suppe ist verboten, sollte dieser nicht in der Speisekarte aufgeführt sein. Die neue EU-Lebensmittel-Informationsverordnung gilt für Imbissbuden bis hin zu Gourmet-Restaurants. Somit greift die EU massiv in die Herstellung von Speisen in Restaurants ein. Zu den aufzuführenden Produkten gehören Milchprodukte, Nüsse, Senf, Sellerie oder Eier. Die Gastronomen sind empört: Auf der einen Seite wollen sie sich nicht in die Karten blicken lassen. Auf der anderen Seite aber erwarten sie bürokratischen Wahnsinn, wenn nun jedes Gericht in seine EU-Normen zerlegt werden muss. Die Verordnung beinhaltet auch Bestimmungen für verpackte Lebensmittel, etwa über Menge, Nährwert oder Ursprung.

Der Denkansatz der EU-Vorgabe ist logisch: Wer die Inhaltsstoffe der Speisen genau kennt, kann sich besser vor Allergien schützen. Denn die Ernährungsgewohnheiten der Menschen haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Der Anteil der Ballaststoffe ist gesunken, Kohlenhydrate und Fette feierten einen Siegeszug. Gleichzeitig ist es zu einem Anstieg von allergischen Erkrankungen in der Bevölkerung gekommen, berichtet das Ärzteblatt.

27. Januar 2014

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