Restaurants sollen kleinere Portionen anbieten

Bundesministerin Ilse Aigner (l.) und Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands, kämpfen ab sofort gemeinsam gegen unnötige Lebensmittelabfälle in deutschen Restaurants und Kantinen. Quelle: BMELV

Ilse Aigner macht Ernst: Zwei Monate, nachdem die Kampagne «Zu gut für die Tonne» von der Bundesverbraucherministerin ins Leben gerufen wurde, sollen Kunden in Restaurants mehr kleinere Portionen auf der Speisekarte finden.

82 Kilogramm Lebensmittel wirft der Deutsche pro Jahr weg. Zu viel, wie Ilse Aigner (CSU) findet. Im Kampf gegen das massenhafte Wegwerfen von Lebensmitteln sollen nun auch Restaurants zu Änderungen aufgefordert werden. «Nicht jeder möchte immer eine XXL-Portion auf dem Teller haben», sagte Ilse Aigner bei der Vorstellung einer gemeinsamen Erklärung mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Ab sofort sollen verstärkt unterschiedliche Portionsgrößen angeboten werden, so der Wunsch der Bundesverbraucherminsterin. Außerdem soll es den Restaurantgästen einfacher gemacht werden, nicht aufgegessenes Essen einzupacken und nach Hause mitzunehmen.

Aus dem Restaurant in den Müll: 1,9 Tonnen Lebensmittel pro Jahr

1,9 Millionen Tonnen der insgesamt 11 Millionen Tonnen, welche jährlich an Lebensmitteln in Deutschland im Müll landen, kommen aus der Gastronomie. Gemeinsam mit der Dehoga ergreift Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nun die Initiative. Quelle: BMELV / Walkscreen

Der Dehoga stellte parallel eine Checkliste vor, welche die Vermeidung von Lebensmittelabfällen vorsieht. Mit rund 230.000 Unternehmen habe die Gastronomie schließlich die größten Anteile an den jährlichen 11 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die in der Mülltonne landen.

Allerdings nimmt Aigner auch Landwirtschaft, Handel, Industrie und Verbraucher mit in die Pflicht. Allein in Gaststätten, Kliniken und Schulen fallen jährlich insgesamt 1,9 Millionen Tonnen Nahrungsmüll an. Ziel der Partnerschaft mit der Dehoga sei es, so Aigner, «Kantinen und Restaurants dazu zu bewegen, unterschiedliche Portionsgrößen anzubieten». Die Bundesverbraucherministerin fordert Flexibilität: «Es darf nicht sein, bei dem Wunsch nach einer kleinen Portion einen Kinderteller bestellen zu müssen», so die 48-jährige CSU-Politikerin.

Gäste sollen ihre Reste mitnehmen können

Auch so genannten «Doggy Bags» zur Mitnahme von Speiseresten sollen ein Schritt in die richtige Richtung darstellen. «Restaurants sollten Gästen öfter anbieten, Reste vom eigenen Teller einzupacken», so die Ministerin. Außerdem appelliert Aigner an Restaurantbetreiber, ihren Angestellten Nahrungsmittel gratis zu überlassen, die ohnehin nicht mehr verkauft werden können. Kündigungsfälle, die an die Öffentlichkeit gerieten, sind an Aigner nicht vorbeigegangen: «Es ist ein Skandal, wenn Verkäuferinnen oder Kellner gekündigt werden, nur weil sie eine Kleinigkeit gegessen haben, die man nicht mehr hätte verkaufen können.».

Ebenfalls wehrt sich die Bundesverbraucherministerin gegen XXL-Packungen im Handel. Schließlich seien «16 Millionen von 40 Millionen Haushalten in Deutschland Single-Haushalte. Da benötigt man nicht solch große Mengen», macht Aigner auf die überwuchernde Situation aufmerksam. Die Hersteller müssten auf veränderte Bedürfnisse eingehen und kleinere Packungen anbieten, so die Ministerin. Schätzungen zufolge werfe jeder Deutsche im Schnitt im Jahr Essen für 310 Euro weg.

 

 

04. Juni 2012

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