Sky erhöht Preise für Gastronomie

30 Prozent mehr sollen die Gastronomen von Sportbars ab sofort für ihr Sky-Abonnement zahlen. Viele Wirte protestieren heftig. Foto: © nyul - Fotolia.com

30 Prozent mehr sollen die Gastronomen von Sportbars ab sofort für ihr Sky-Abonnement zahlen. Viele Wirte protestieren heftig.

Zwar steigen die Preise nicht überall, aber 30 Prozent Durchschnittserhöhung empfinden die meisten Gastronomen doch als Abzocke. Im September erhöht der Pay-TV-Sender Sky die Preise der Gastro-Abos. Die zweite Preiserhöhung innerhalb eines Jahres betrifft also vor allem die Übertragung von Bundesliga und Champions League. Bleiben Fußballfans vielleicht bald auf dem Trockenen sitzen?

Von 269 auf 650 Euro in zwei Jahren

Nachdem der Monatsbeitrag vor zwei Jahren noch circa 269 Euro entsprach, müsste der Wirt ab September 650 Euro zahlen. Das macht deutlich mehr als das Doppelte. Problematisch ist es, die Preise an die Kunden weiterzugeben. Denn wer für ein Bier mehr zahlen muss, der verzichtet eventuell auf den Luxus der Liveübertragung oder trifft sich bei Freunden. Viele Privatpersonen besitzen inzwischen nämlich auch ein Skyabo. Zum Ende des 1. Quartals 2014 hatten mehr als 3,73 Millionen Personen in Deutschland Sky abonniert. Für den Medienkonzern Sky Deutschland AG gibt es also keinen Grund zur Bescheidenheit, so wies der Umsatz im Jahre 2013 1,54 Milliarden Euro aus. Dabei erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 133 Millionen Euro.

Viele Gastronomen reagieren nun mit der Kündigung. In Essen, Bochum und Gelsenkirchen kündigten 30 Sportbars gleichzeitig ihr Abo. Doch für Sky-Kommunikationschef Wolfram Winter ist dies kein Problem. Nach wie vor spricht er bei den Gastro-Abos über ein "Wachstumsgeschäft". Auch seien die Preiserhöhungen eher Preisanpassungen. "Vielleicht waren wir eine Zeit lang zu billig", so Winter, der als Grund für die Preisanpassungen erhöhte Lizenzgebühren nennt. Viele Gastronomen vermuten, dass hinter der Erhöhung der Gastro-Abos die Idee steckt, dadurch mehr Privatabos zu gewinnen. Doch diese These dementiert Winter.

Der monatliche Preis für Gastronomen bemisst sich am Kaufkraftindex, der Fußballaffinität der Region und der Größe der Sportsbar. In München gibt es zum Beispiel einen ortsansässigen Bundesligisten wie den FC Bayern. Auch verdienen die Einwohner überdurchschnittlich. Also steigen auch die Abo-Preise für den Gastronomen. Sky ließ verlauten, dass die Preise in vielen ländlichen Gebieten um circa zehn Prozent gesenkt worden seien. Doch der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) registriert viele Beschwerden. "Der Ärger ist sehr groß", heißt es beim Dehoga-Bundesverband.

06. August 2014

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