Starbucks in Hongkong brüht Kaffee mit Wasser vom Männerklo

Fast neun Milliarden US-Dollar Umsatz allein im dritten Quartal des Jahres 2011 sprechen eine eigene Sprache. Der Kaffeegigant Starbucks führt die «Starbucks Card» nun auch in Deutschland ein.

Mit fast 130.000 Mitarbeitern weltweit ist Starbucks ein Synonym für qualitativen, teuren und schnellen Kaffee. Doch in Hongkong sollte man das US-amerikanische Franchise-Unternehmen lieber meiden. In einer Starbucks-Filiale wurde mit Toilettenwasser zubereiteter Kaffee verkauft.

Einem Bericht der Nachrichtenseite «Huffington Post» nach, seien Fotos einer Starbucks-Filiale in Hongkong aufgetaucht, die zeigen, dass für die Zubereitung der Produkte das Wasser auf der Männertoilette einer Tiefgarage abgezapft wird. Laut der «Huffington Post» habe die Boulevardzeitung «Apple Daily» aus Hongkong diese Bilder veröffentlicht. Auf diesen Fotos ist die gängige Praxis des Ladens im Bank of China Tower zu sehen. Die Fotos zeigen, wie ein separater Wasserzugang in einer Männertoilette mit einem entsprechenden Hinweisschild versehen ist: «Starbucks only». Auch tauchten Fotos auf, die beweisen, wie die Mitarbeiter dort mehrfach täglich das für die Kaffeezubereitung benötigte Wasser abzapften. Selbst die Tatsache, dass das Wasser vor der Verwendung gefiltert wird, macht den Skandal nicht kleiner.

Starbucks-Sprecherin Wendy Pang soll den Vorfall bereits der Nachrichtenagentur AFP bestätigt haben. Da es keine direkte Wasserversorgung zum Geschäft gebe, müssten die Mitarbeiter dementsprechend handeln, so Pang. Nur ein paar Schritte vom Urinal entfernt, zapfen die Mitarbeiter hier tagtäglich ihre Wasservorräte. Bei einigen Starbucks-Kunden stößt die Begründung auf Unverständnis: «Ich mache mir nun wirklich Sorgen, wenn ich Kaffee von Starbucks kaufe. Wer weiß, welche Filialen ähnliche Praktiken nutzen. Beängstigend!», schreibt ein Kunde auf die Facebook-Pinnwand der Starbucks-Filiale in Hongkong. Nach Bekanntwerden des Skandals werde nun aber destilliertes Wasser verwendet. Doch das alte Schema soll bereits seit zwei Jahren gang und gäbe gewesen sein. Seit der Eröffnung im Jahre 2011 bringen Mitarbeiter das Wasser aus dem Toilettenraum in die Filiale; auch die veröffentlichten Fotos zeigen dies.

Zwar wird das Leitungswasser in Hongkong gefiltert und entspricht den Standards der Weltgesundheitsorganisation, allerdings misstrauen die Chinesen ihrem Wasser. Das wahre Problem sei aber vor allem die Quelle des Wassers. «Wenn das Personal ständig zur Toilette gehen muss, steigt das Risiko, dass sie andere Erreger von dort in den Bereich der Essens- und Getränkezubereitung bringen», so Ben Cowling, Privatdozent an der Hong Kong University of Public Health.

06. Juni 2013

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