Starbucks testet wiederverwertbare Einwegbecher

In Großbritannien landen jedes Jahr 2,5 Milliarden Einwegbecher auf dem Müll. Die US-amerikanische Kaffeekette Starbucks möchte dem mit Recycling-Bechern entgegenwirken.

Während die Verbraucherzentrale schätzt, dass in Deutschland rund 6,4 Milliarden Becher pro Jahr weggeworfen werden, geht die Branche von 2,8 Milliarden Bechern aus. Fakt ist: Aufgrund der nicht vorhandenen Umweltverträglichkeit muss diese Zahl drastisch reduziert werden. Daher hat sich die US-amerikanische Kaffeekette Starbucks in Großbritannien auf einen Test eingelassen und stellt recycelbare Einwegbecher auf die Probe. Allein im Vereinigten Königreich werden jährlich rund 2,5 Milliarden Becher weggeworfen. Dabei ist nur einer von 400 Bechern wiederverwertbar.

Seit dem heutigen Tag wird der „Frugalpac coffee cup“ von Erfinder Martin Myerscough über die Theken der Starbucks-Filialen in Großbritannien gehen. „Wir testen diesen, um zu schauen, ob er unsere Standards für Sicherheit und Qualität erfüllt, aber auch mit Blick auf die Recycling-Fähigkeit“, so ein Starbucks-Sprecher gegenüber der britischen Zeitung The Guardian. Der „Frugalpac coffee cup“ ist mit einer dünnen, in einer Recycling-Vorstufe zu entfernenden Kunststoffschicht ausgestattet, die den Becher vor Feuchtigkeit schützt.

Nachdem das Unternehmen in Großbritannien bereits einen Rabatt gibt, wenn das Getränk in einen vom Kunden mitgebrachten Mehrwegbecher gefüllt wird, ist das nun der zweite Schritt zur Nachhaltigkeit. Während es in Großbritannien ein halbes Pfund, also 60 Cent Rabatt gibt, wenn der Kunde einen Mehrwegbecher dabei hat, sind es in Deutschland immerhin 30 Cent. Einen ähnlichen Rabatt gibt hierzulande auch die Kaffeekette Balzac, bei welcher der Kunde 25 Cent Nachlass erhält.

Gibt es bald einen Mehrwegbecher für alle Kaffeehäuser?

Wie die Deutsche Umwelthilfe berechnete, könnte man mit der Energie, die notwendig ist, um die in Deutschland verbrauchten Einwegbecher zu produzieren, eine Stadt wie Schwerin (über 90.000 Einwohner) rund ein Jahr lang versorgen. Außerdem würden 43.000 Bäume für das Papier benötigt. Auch Wasser wird reichlich verbraucht: Circa 1,5 Milliarden Liter. Das reicht für eine mittlere Kleinstadt - ein Jahr lang. Allerdings sind in diesen Zahlen nicht mal die Herstellung der Rührstäbchen, der Pappmanschetten und der Kunststoffdeckel vorhanden.

Die Einwegbecher, aus denen wir unterwegs bequem unseren Kaffee schlürfen, sind eigentlich recycelbar. Wären da nicht die Kunststoff-Elemente: Die Schicht im Inneren, welche den Becher vor dem Aufweichen schützen soll, die Rührstäbchen und die Deckel. Ein Problem, welches die Industrie bereits seit einiger Zeit beschäftigt. Zum Beispiel prüft Tchibo derzeit, wie ein Pfandsystem für Kaffeebecher aussehen könnte. Die Deutsche Umwelthilfe fordert parallel einen Becher für alle Kaffeehäuser, die einen To-Go-Service anbieten. Während wir hierzulande über Möglichkeiten diskutieren, machen die Amerikaner Nägel mit Köpfen. In New York sind Wegwerfbecher aus Polystyrol längst verboten, ab dem 1.1.2017 geht auch San Francisco diesen Weg. Starbucks möchte auch in Deutschland weniger Abfälle produzieren und will ein Viertel der Getränke in wiederverwendbaren Behältern anbieten.

21. Juli 2016

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