Sterne-Restaurant verbietet AfD-Mitgliedern den Zutritt

Foto: Facebook/Nobelhart & Schmutzig
Foto: Facebook/Nobelhart & Schmutzig

Das Berliner Sterne-Restaurant „Nobelhart & Schmutzig“ verbietet nicht nur die Nutzung von Kameras, Handys und Waffen. Vielmehr macht ein Aufkleber an der Tür klar, dass auch AfD-Mitglieder keinen Zutritt haben.

Im Berliner Restaurant „Nobelhart & Schmutzig“ haben AfD-Mitglieder keinen Zutritt. An der Tür des Sterne-Restaurants prangen Aufkleber, die darüber hinaus Kameras, Handys und Waffen verbieten. Wie Restaurant-Chef Billy Wagner dem „Tagesspiegel“ mitteilte, vergraule sein Aufkleber genau die Personen, „mit denen ich nicht an einem Tisch sitzen will“. Dabei verzichtet auch das „Nobelhart & Schmutzig“ - genau wie die AfD - gerne auf „fremde“ Zutaten. In der Küche des Sterne-Restaurants kommen ausschließlich Produkte von regionalen und persönlich bekannten Erzeugern zum Einsatz. Eben „brutal lokal“. Es gibt keine Speisekarte. Auch das einheitliche Zehn-Gänge-Menü variiert täglich, je nach Saison und Angebot. Im Rahmen dieses Menüs werden wohlklingende Speisen wie Saibling mit Fenchel oder Hühnerbrust mit Kamille serviert.

Vorliebe für Provokationen

Seit der Eröffnung im Februar 2015 ist das noble Restaurant an der Friedrichstraße dauernd ausgebucht. Um einen Tisch zu ergattern, müssen Sie rund vier Wochen im Vorhinein reservieren. Die aktuelle Diskussion rund um den Aufkleber auf der Tür wird dieser Entwicklung keinen Abbruch tun. Ein auf Facebook und der Webseite des Restaurants veröffentlichtes Foto zeigt den vierten Aufkleber, der kürzlich den Weg an die Tür des Restaurants fand. Der hinzugekommene Aufkleber löste kontroverse Reaktionen in den sozialen Medien aus. Manche Menschen unterstützen die Idee von Restaurant-Chef Billy Wagner, andere hingegen finden sie geschmacklos. Ein Facebook-User kommentierte: „Wir waren schon einige Male bei Euch und haben uns stets wohlgefühlt, nach einer solchen Aktion werden wir aber von weiteren Besuchen vorerst Abstand nehmen und unser Geld lieber dort ausgeben, wo man nicht auf Intoleranz als Markenzeichen setzt.“ Eine andere Besucherin beurteilt das Thema gänzlich anders: „Sich zu positionieren heißt nicht nur, sich Feinde zu machen, es bedeutet auch, Solidarität zu finden. Ein Besuch ist schon in Planung. Macht weiter so!“, so die Facebook-Nutzerin.

Der mehrfach preisgekrönter Sommelier Billy Wagner, der im Restaurant-Keller mehr als 300 Weine parat hält, macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für Provokationen. Das zeigt auch die Schaufensterpuppe, welche ein T-Shirt mit folgender Aufschrift trägt: „Who the fuck is Paul Bocuse?“ – ein wenig schmeichelhafter Hinweis auf den wohl berühmtesten Koch der Welt. Ach, übrigens: Hier können Sie einen Tisch im „Nobelhart & Schmutzig“ reservieren. Aber bitte nur, wenn Sie kein AfD-Mitglied sind...

28. November 2016

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