Supermärkte setzen auf Gastronomie

Immer mehr Supermärkte setzen auf Gastronomie im eigenen Laden. Somit hat der Kunde die Wahl nicht nur zwischen Zehntausenden von Produkten, sondern auch zwischen Bouillabaisse, Sushi und Steaks. Foto: REWE

Immer mehr Supermärkte setzen auf Gastronomie im eigenen Laden. Somit hat der Kunde nicht nur die Wahl zwischen Zehntausenden von Produkten, sondern auch zwischen Bouillabaisse, Sushi und Steaks.

Wie wir berichteten, eröffnete die Supermarktkette REWE das Bistro «Made by Rewe». Der deutsche Handelskonzern stieß damit eine immer weiter voranschreitende Entwicklung des deutschen Lebensmittelmarktes voran. Denn inzwischen zog zum Beispiel auch Edeka nach und präsentiert unter anderem im Düsseldorfer Süden einen Edel-Edeka. Viele Gastronomieangebote wie eine Sushi Bar, ein Steak House oder ein Café sind direkt in den Verkaufsraum integriert. Mehr und mehr Händler versuchen mit integrierten Restaurants Kunden in die Läden zu locken.

Doch die Innovation der Supermärkte ist nicht ganz freiwillig. Schließlich wird der Druck auf die klassischen Supermärkte immer größer. Zum einen sind die Discounter wie Aldi oder Lidl in der Preispolitik aggressiver denn je, zum anderen haben sie ihre Filialen aufgemöbelt und bieten längst auch Delikatessen, Bio-Produkte und frische Backwaren an. Aber auch Online-Händler schneiden sich immer größere Stücke der Umsätze ab.

REWE-Chef Alain Caparros will die Supermärkte des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers künftig noch attraktiver machen. „In Zukunft wird der Supermarkt ein Ort der Begegnung sein“, glaubt er. Der Handelsriese testet derzeit an drei Standorten in Deutschland das neue Restaurant-Konzept „Made by Rewe“. An rustikalen Holztischen kann man an einem Frühstücksbuffet schwelgen, oder aber Nudeln, Pizzen oder indische Currys essen. "Wir probieren bis zum Frühherbst das Verschiedenste aus. Da wird noch das eine oder andere dazukommen oder wegfallen", sagt Rewe-Manager Christoph Wenisch, der gute Chancen für das neue Konzept sieht. "Das Konsumverhalten ändert sich. Viele gehen am Abend, bevor sie nach Hause gehen, noch kurz etwas essen und trinken." Dafür sei ein solches Angebot prädestiniert.

Auch der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH), Kai Hudetz, sagt: "Es spricht einiges für einen Erfolg der Gastronomie-Pläne von Edeka, Rewe und Co." Supermärkte könnten den Kunden in ihren Restaurants ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Außerdem sei es bequem, wenn der Restaurantbesuch und das Einkaufen zusammengelegt werden können. Aber auch der soziale Aspekt ist ein Thema. Hudetz: "Heute gehen viele ältere Leute zum Arzt, weil sie soziale Ansprache suchen. Warum sollen Sie nicht in Zukunft in den Supermarkt gehen?" Für den Handelsexperten Jochen Pinsker vom Marktforschungsunternehmen npdGroup steht fest: "Die Gastronomie ist im Umbruch. Es ist ein Verdrängungswettbewerb. Die Supermärkte könnten mit ihren Gastronomieplänen zu den Gewinnern gehören."

Doch für viele normale Restaurants, Bistros und Cafés könnte das gefährlich werden. Es bleibt abzuwarten, in wie weit und ob die modernen Supermärkte das ein oder andere Gastronomieangebot verdrängen können.

24. März 2014

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