Systemgastronom Alex ohne Franchising

Foto: W&P PUBLIPRESSS GmbH, ALEX
Foto: W&P PUBLIPRESSS GmbH, ALEX

Bis auf eine einzige Filiale führt die Gastrokette Alex seine Standorte bereits selbst. Das ehemalige Franchise-Unternehmen verspricht sich davon eine profitablere Ausrichtung.

Als im Jahre 1989 die erste Filiale der Alex-Kette in Oldenburg öffnete, hätte niemand gedacht, dass das Unternehmen 25 Jahre überlebt. Doch die Mutterfirma Mitchells & Butlers, welche das Unternehmen im Jahre 1999 übernahm, leistet gute Arbeit. Regelmäßig überarbeitet der Big Player des Vereinigten Königreichs das Interieur und das Angebot der Alex-Filialen. Die jüngste Neuheit auf der Karte sind Currys, direkt aus England. Auch regelmäßige Facelifts der inzwischen 38 Lokale gehören dazu. Erst vor kurzem wurden die Betriebe am Hauptmarkt in Nürnberg und am Neuen Markt in Rostock nach umfangreichen Umbauarbeiten wiedereröffnet. Neu hinzu kamen in der zweiten Jahreshälfte 2013 Lokale in Frankfurt (Skyline Plaza), München und Osnabrück.

Bis zu fünf Neueröffnungen pro Jahr

Bis zu fünf Neueröffnungen pro Jahr hält Alex-Geschäftsführer Bernd Riegger für realistisch. Noch vor drei Jahren hätte sich Riegger für zehn Eröffnungen pro Jahr ausgesprochen. Doch das war einmal und zeigt die besonnene Entwicklung des Unternehmens. „Wir haben wichtige Erfahrungen gesammelt und festgestellt, dass zu viele Eröffnungen auch zu Fehlern führen können“, sagt er. „Heute machen wir nur das, was wir sicher profitabel umsetzen können und geben uns keine Vorgaben mehr.“ Außerdem hat das Unternehmen das Franchising abgeschafft und möchte nur noch in absoluten Top-Lagen einen Standort eröffnen. „Wir werden nicht wieder in 1B-Lagen gehen. Außerdem haben wir das Franchising abgeschafft und führen inzwischen alle Betriebe selbst, bis auf einen. Damit sind wir extrem profitabel. Zwölf begrenzt profitable Betriebe haben wir seit unserer Gründung abgegeben“, so Riegger.

Umsatzwachstum von 9,6 Prozent

Foto: Alexandra Repp
Foto: Alexandra Repp

Auch vorbei ist der Chic der 80er- und 90er-Jahre. Inzwischen sind die Alex-Lokale im mediterranen Stil mit natürlichen Materialien wie Holz, Stein und Leder eingerichtet. Auch die wachsende Nachfrage nach Cocktails und Wein möchte das Unternehmen durch eine größere Gewichtung der Bars befriedigen. Wo möglich, werden offene Küchen installiert. Außerdem ist das Speisenangebot deutlich größer, seitdem das Rauchverbot den Getränkeumsatz hat zurückgehen lassen. „Wir bieten jetzt auch Gerichte über 10 Euro an, etwa Steaks“, berichtet Riegger. Alex ist jetzt schon einer der Marktführer in diesem Bereich und verkaufte im Jahr 2013 eigenen Angaben zufolge rund 2 Millionen Frühstücke.

Für das Unternehmen kommen heutzutage ausschließlich Toplagen mit hoher Besucherfrequenz in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern infrage. Mindestens 300 Quadratmeter Gastraumfläche und eine große Außenterrasse sind obligatorisch. Neue Wunschstandorte sind unter anderem Freiburg, Stuttgart und Dresden. In den Großstädten soll die Zahl der Betriebe steigen. Doch auch das Ausland reizt: „Unsere grenznahen Betriebe in Aachen und Oberhausen beweisen, dass das Alex-Konzept in den Niederlanden sehr beliebt ist. Wir könnten uns vorstellen, dort zu expandieren, ebenso in Österreich und in der Schweiz.“ Sehr gut entwickeln sich Riegger zufolge auch die Brasserien in Bielefeld, Münster und Saarbrücken. Die im französischen Stil eingerichteten Betriebe mit einem abweichenden Angebot eigneten sich besonders als Ergänzung zu einem bereits bestehenden Alex im selben Ort, so Geschäftsführer Riegger, der mit der Alex-Mutter Mitchells & Butlers Germany 2013 ein Umsatzwachstum von 9,6 Prozent auf 87,6 Mio. Euro erzielte.

15. April 2014

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