Thailändisches Restaurant klaut KFC-Logo für Hitler-Restaurant

Dieses Bild tauchte im Mai auf und sorgte für Wirbel: Hat jemand das KFC-Logo für sein Restaurant benutzt und diesem einen bizarren Inhalt gegeben?

Irre Idee in Thailand: Ein Gastronom klaut das Logo von Kentucky Fried Chicken und ersetzt KFC-Gründer Colonel Sanders durch Adolf Hitler. Inzwischen kündigte Fastfood-Riese KFC rechtliche Schritte an. Doch nun kommen erste Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Geschichte zum Vorschein.

Mit mehr als 18.000 Filialen in 120 Ländern ist Kentucky Fried Chicken eine der größten Fastfood-Ketten der Welt. Seit der Gründung im Jahre 1930 setzt der Franchise-Riese nach wie vor auf Hühnchen-Produkte. Das legendäre Logo mit Firmengründer Harland «Colonel» Sanders ist weltbekannt. Da sein Konterfei so bekannt ist, lag es für einen thailändischen Gastronomen nahe, sein Restaurant kurzerhand mit dem KFC-Logo zu versehen. Doch statt einem Colonel Sanders findet sich ein grimmig dreinblickender Adolf Hitler auf dem Logo des Restaurants. Über der Tür des Hühnchenimbisses prangt der saloppe Schriftzug «Hitler».

Das belegen die Bilder. Im Mai machte Blogger Andrew Spooner auf die Neueröffnung aufmerksam. Die Reaktion von Kentucky Fried Chicken lies nicht lange auf sich warten. Das Unternehmen werde gegen die «sehr bizarre Angelegenheit rechtliche Schritte einleiten», so zitiert die Huffington Post einen KFC-Sprecher. Aber hat sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen? Je mehr sich die Medien diesem Thema annehmen, desto komischer erscheint es. Die britische Daily Mail zitiert einen gewissen Alan Robertson, der in Bangkok leben soll. «Letzte Woche besuchte ich das Restaurant und aß ein ziemlich gutes Hühnchen», zitiert die Tageszeitung den Mann.

"Ein gutes Bild"

Außerdem fragte Robertson einen Mitarbeiter des Restaurants angeblich nach dem Grund der Namensgebung. «Er zuckte nur mit den Schultern und sagte, die Besitzer dachten, es wäre ein gutes Bild.» Doch nun macht auch der Blogger Andrew Spooner eine Rolle rückwärts. Nach den Berichten von Daily Mail und Huffington Post empört er sich auf Twitter über die aktuelle - und in seinen Augen falsche - Berichterstattung. Das Restaurant sei nicht, wie zunächst vermutet, in Bangkok zu finden. Nein, es befände sich in der ostthailändischen Stadt Ubon Ratchathani. Außerdem berichtet Spooner, dass die Daily Mail den zufriedenen Kunden Alan Robertson wohl erfunden haben müsse. Auch die Bangkok Post greift den Fall auf und meint zu wissen, dass das Hitler-Restaurant bereits im Jahre 2011 seinen Namen in «H-ler» geändert habe, das Diktatoren-Konterfei soll ebenfalls aus dem Logo verschwunden sein.

Ob das Essen im «H-ler» so gut schmeckt, wie es der angebliche Alan Robertson vermuten ließ, ist leider nicht bekannt. Ebenso unklar ist, wie die Daily Mail einen Mann fand, der vor kurzer Zeit in einem Restaurant speiste, welches es seit Jahren nicht mehr gibt.

15. Juli 2013

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