Vegan ist ein Millionengeschäft

Vegan, vegan, vegan. Ein Wort, bei dem die Menschen vor einigen Jahren noch Kopf schüttelnd reagierten, entwickelte sich nach und nach zum Modewort. Foto: © monticellllo - Fotolia.com

Vegan, vegan, vegan. Ein Wort, bei dem die Menschen vor einigen Jahren noch Kopf schüttelnd reagierten, entwickelte sich nach und nach zum Modewort.

Mittlerweile essen 1,2 Millionen Deutsche keinerlei Tierprodukte mehr. Veganer leben ohne Fleisch, Käse, Eier und Co. - Auch Verzicht kann ein Millionengeschäft sein. Stars wie Natalie Portman, Brad Pitt und Bill Clinton bekennen sich öffentlich dazu. Kaum zu glauben: Bereits am 1. November 1944 wurde die erste veganische Vereinigung mit dem Namen "Vegan Society" gegründet.

Aber ist das überhaupt gesund?

Die Autorin Bettina Hennig weiß, wovon sie redet. Mit ihrem Buch "Ich bin dann mal vegan: Glücklich und fit und nebenbei die Welt retten" stürmte sie auf Anhieb die Bestsellerlisten. Vor vielen vielen Jahren sprang sie auf den veganen Zug auf, den sie heutzutage nicht mehr missen möchte. Ihr Buch handelt über den Weg dorthin, denn schließlich war Hennig früher eine Fleischliebhaberin. Darüber hinaus werden viele, teilweise skurrile Fragen geklärt. Zum Beispiel: Dürfen Veganerinnen beim Oralverkehr Sperma, also "tierisches Protein" schlucken oder nicht?

Die vermeintlichen Risiken des veganen Daseins sind in aller Munde: Mängel sind vorprogrammiert, ohne Fleisch fehlt etwas! Veganer wie Bettina Hennig hingegen halten eine bewusste vegane Ernährung für sehr gesund. Auch Studien, wie die EPIC-Oxford-Studie oder die Adventist Health Study 2, belegen die gesundheitsförderliche Wirkung. Auch die großangelegte "China Study" unterstreicht das. In dieser untersuchten Forscher rund um T. Collin Campbell in der chinesischen Bevölkerung die Beziehung zwischen der Aufnahme tierischer Proteine und einer Reihe von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 1, Krebs oder Osteoporose. Das Ergebnis der Studie ist verblüffend: Mit wenigen oder keinen tierischen Nahrungsmitteln wird das Risiko, an ihnen zu erkranken, minimiert.

In ihrem Buch 'Ich bin dann mal vegan' berichtet Bettina Hennig über den Weg zum veganen Dasein.

Nicht zu vergessen sind dabei Schlagworte wie Massentierhaltung, Tiertransporte und die Tötung der Tiere bei lebendigem Leibe. Auch Menschen leiden unter dem steigenden Fleischkonsum. Viele Experten und der Ausschuss für nachhaltiges Ressourcenmanagement der UNPE (United Nations Environment Programme) glauben, dass sehr viel mehr Menschen satt werden würden, wenn alle wenig Fleisch äßen. Hennig meint: „Jeder trägt die Verantwortung, für das, was er isst und tut selbst - das kann und will ich niemandem abnehmen. Aber ein bisschen Nachfragen und zum Nachdenken anregen, kann ja nicht schaden. Vegan zu leben ist sehr leicht, es lässt sich ohne Probleme in den Alltag integrieren. Für mich war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens: Es macht glücklich und fit und einfach richtig Spaß."

Doch manche Veganer verneinen tierische Produkte nicht nur in Ernährungsfragen, verzichten also auf Fisch und Fleisch, Käse und Quark, Eier, Honig und Gelatine. Für viele Veganer sind auch Lederschuhe und an Tieren getestete Kosmetik Tabu. In Deutschland boomt das Geschäft - 1,2 Millionen Menschen nennen sich hierzulande Veganer, Tendenz steigend. Bioläden und Reformhäuser machten 2013 einen Umsatz von 658 Millionen Euro, was einer Steigerung von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei drängen auch immer mehr vegane Produkte in die Regale der Supermärkte. Egal ob Räuchertofu und Mandel- oder Haferdrinks, Veggie-Weingummis, Fertiggerichte, Backwaren und Tiefkühlkost. Zum Beispiel verkauft die Supermarkt-Kette "Veganz" 600 verschiedene Produkte ohne Tier. Sie hat bereits sieben Märkte in Deutschland, weitere sollen folgen. Doch der größte Ritterschlag für die boomende Branche kommt von McDonald's: Die Fastfood-Kette überdenkt derzeit die Einführung eines veganen Burgers.

04. November 2014

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