Zwei Drittel der Gastronomen würden Flüchtlinge einstellen

In Deutschlands Gastronomie herrscht ein akuter Fachkräftemangel. Wäre die Anstellung erlaubt, wären bei rund zwei Drittel der Gastronomen Flüchtlinge angestellt. Das ergab eine Umfrage des Reservierungssystems Resmio.

Immer mehr Bundesländer in Deutschland klagen über einen akuten Fachkräftemangel. Wie eine Umfrage des Reservierungssystems Resmio hervorbrachte, gehen viele Gastronomen davon aus, dass Flüchtlinge dieses Loch temporär stopfen könnten. Demnach würden 34 Prozent der Gastronomen den Flüchtlingen eine Stelle anbieten, wenn diese entsprechende Qualifikationen wie Deutschkenntnisse oder eine Ausbildung mitbringen.

Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der 120 befragten Wirte geht allerdings davon aus, dass die Flüchtlingswelle das Problem des Fachkräftemangels nicht ganzheitlich und langfristig beheben kann. 33,88 Prozent der Befragten würden allerdings dann Flüchtlinge einstellen, wenn sie ausreichende Qualifikationen mitbringen. 32,23 Prozent wären generell bereit, Flüchtlinge anzulernen oder auszubilden.

Wäre die Anstellung erlaubt, wären also bei rund zwei Drittel der Befragten Flüchtlinge angestellt. „Die Gastronomie lebt von Vielfalt und Offenheit. Durch Migration konnte sich erst so ein differenziertes, kulinarisches Angebot entwickeln", so Yasha Tarani, Gründer und Geschäftsführer von Resmio, der selbst iranische Wurzeln hat.

65 Prozent der Gastronomen auf Personalsuche

Laut der Resmio-Umfrage sind satte 65 Prozent der befragten Gastronomen auf der Suche nach geeignetem Personal. Während viele Wirte Servicekräfte suchen (65 Prozent), gibt es auch Stellen für Köche (45 Prozent), Küchenhilfen (39 Prozent), leitende Servicekräfte (25 Prozent) und Auszubildende (21 Prozent) zu vergeben. Das klingt viel. Doch ist dieser Zustand für die meisten Gastronomen nichts Außergewöhnliches. Schon im vergangenen Jahr haben rund 70 Prozent der befragten Wirte nicht ausreichend Fachkräfte gefunden. Nicht nur der vor der Tür stehende Sommer, sondern auch die am 10. Juni 2016 startende Fußball-Europameisterschaft machen die Personalsuche aktueller denn je.

Das Thema Fachkräftemangel ist für die Gastronomen seit einigen Jahren ein immer dringlicher werdendes Problem”, erklärt Tarani. Als Hauptgrund des Fachkräftemangels gelten nach wie vor die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie. Dazu zählen unregelmäßige Arbeitszeiten, hohe körperliche Belastungen und enormer Stress. Ein Image, welches sich auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt. „Gerade Servicekräfte haben einen enormen Stress. Sie stehen zwischen dem Gast und der Küche, haben ein enorm großes Tätigkeitsfeld und müssen oft alles gleichzeitig erledigen. Es bedarf extrem viel Organisationstalent für diesen Job”, so Tarani.

Auch wenn 52,03 % glauben, dass der Fachkräftemangel nicht durch Flüchtlinge zu beheben ist, ist Tarani zuversichtlich: „Viele Gastronomen haben selbst einen Migrationshintergrund. Da wundert es nicht, dass sie Flüchtlingen gegenüber grundsätzlich so aufgeschlossen sind.

11. Mai 2016

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