„Amazon Fresh“: Online-Supermarkt in Berlin gestartet

Foto: Amazon, Dirk Mathesius
Foto: Amazon, Dirk Mathesius

Unter dem Namen „Amazon Fresh“ startet der Versandhändler Amazon einen Online-Supermarkt in Berlin und Potsdam. Das Angebot umfasst zu Beginn mehr als 85.000 Artikel.

Mitglieder des Amazon-Prime-Dienstes können sich ab sofort in Teilen von Berlin und Potsdam online mit Lebensmitteln eindecken. Das Angebot des Online-Supermarktes „Amazon Fresh“ umfasst zu Beginn mehr als 85.000 Artikel, zu denen auch viele frische Lebensmittel zählen. Darüber hinaus haben Kunden die Auswahl aus mehreren hundert Produkten von über 25 Berliner Läden wie zum Beispiel Rausch Schokoladenhaus, Lindner Esskultur, Sagers Kaffeerösterei, Basic und Kochhaus und Zeit für Brot. Wer bis 23 Uhr bestellt, kann seine Waren schon am nächsten Tag in einem individuellen Zwei-Stunden-Zeitfenster entgegennehmen. Alternativ kann eine mittags getätigte Bestellung pünktlich zum Abendessen geliefert werden. Auch Produkte aus den Berliner Läden können noch am selben Abend geliefert werden, wenn die Bestellung bis 8 Uhr morgens eingeht. „Die lokalen Einzelhändler sind ein Kernelement von AmazonFresh und wir sind sicher, dass unsere Kunden das Angebot an hiesigen Produkten lieben werden“, sagt Florian Baumgartner, Director AmazonFresh Deutschland.

Der „Amazon Fresh“-Dienst kostet Prime-Mitglieder 9,99 Euro pro Monat. Unter dem Namen „Amazon Prime“ bietet der Versandhändler gegen eine Jahresgebühr von 69 Euro den Zugriff auf mehr als 20.000 Serien und Filme, zwei Millionen Musiktitel und kostenlosen sowie schnellen Paketversand. Bei einem Mindestbestellwert von 40 Euro ist die Lieferung über „Amazon Fresh“ gratis. Für Einkäufe unter dem Mindestbestellwert werden zusätzliche Liefergebühren in Höhe von 5,99 Euro fällig.

Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg von AmazonFresh ist die Kombination großer Auswahl, guter Preise, flexibler Lieferoptionen und dem Service, den Kunden an Amazon schätzen“, erklärt Ajay Kavan, Vice President von AmazonFresh. „Die Messlatte im Lebensmitteleinzelhandel liegt sehr hoch. Wir starten mit einem umfangreichen Sortiment in einem begrenzten Gebiet und werden uns die Zeit nehmen, den Service basierend auf unserer Erfahrung und dem Feedback unserer Kunden kontinuierlich zu verbessern. Wir überlegen uns methodisch und sehr spezifisch, wie wir dieses Angebot um andere Postleitzahlgebiete erweitern werden“, betont Kavan.

30 Tage kostenlos testen

Ein Mitarbeiter scannt „Amazon Fresh“-Produkte im Kühllager. Foto: Amazon, Dirk Mathesius
Ein Mitarbeiter scannt „Amazon Fresh“-Produkte im Kühllager. Foto: Amazon, Dirk Mathesius

Neben Fisch und Fleisch, Milch- und Kühlprodukten sowie frischen Backwaren liefert „Amazon Fresh“ auch frisches Obst und Gemüse. Darüber hinaus bietet der Versandhändler rund 6.000 Bio-Produkte, eine große Auswahl an glutenfreien, laktosefreien oder veganen Artikeln, ein umfangreiches Sortiment an Baby-, Gesundheits- und Beauty-Artikeln sowie Tierbedarf. Unter www.amazon.de/fresh können Kunden ihre Postleitzahl eingeben, um zu überprüfen, ob sie beliefert werden können. Dabei garantiert „Amazon Fresh“ eine hohe Qualität der Produkte. Sollte ein Produkt wider Erwarten nicht den Kundenerwartungen entsprechen, wird der Artikelwert zurückerstattet. Auch bei mangelnder Verfügbarkeit eines gewünschten Produktes kommt Amazon dem Kunden entgegen: Falls ein bestellter, von Amazon direkt verkaufter Artikel, kurzfristig nicht mehr auf Lager ist, wird ein kostenloses Ersatzprodukt geliefert.

„Amazon Prime“ unter www.amazon.de/prime und „Amazon Fresh“ unter www.amazon.de/fresh können je 30 Tage lang gratis getestet werden. Bereits seit 2010 sind Lebensmittel und Getränke im Lebensmittel-Onlineshop von Amazon verfügbar. Zum Start gab es rund 35.000 Produkte, aktuell umfasst das Angebot mehr als 680.000 Produkte. Zum Vergleich: Ein gut sortierter Supermarkt hat durchschnittlich nur 12.000 Produkte im Angebot.

Im Gegensatz zu den USA liefert Amazon hierzulande nicht selber. In Deutschland werden die „Amazon Fresh“-Produkte von der Post-Tochter DHL geliefert. Das Angebot könnte den Markt für Lebensmittel-Lieferdienste nachhaltig verändern. Bisher liefern vor allem Rewe und Bringmeister (Edeka) in Ballungsräumen. Doch der Markt gestaltet sich schwierig. Rewe macht auch fünf Jahre nach dem Start noch Verluste mit seinem Lieferservice.

Amazon Fresh ist günstiger als die Konkurrenz

Die Möglichkeiten für Kunden, Lebensmittel bei Amazon einzukaufen, haben sich in den letzten Jahren stetig entwickelt. Foto: Amazon
Die Möglichkeiten für Kunden, Lebensmittel bei Amazon einzukaufen, haben sich in den letzten Jahren stetig entwickelt. Foto: Amazon

Ist „Amazon Fresh“ günstiger als die Konkurrenz? Dieser Frage hat sich das Preisvergleichsportal guenstiger.de gewidmet. Dafür hat das Portal in 10115 Berlin die Preise von rund 100 Artikeln aus den Bereichen Obst, Gemüse, Tiefkühlprodukte, Süßwaren und Alkohol sowie Drogerieartikel und Haushaltsbedarf bei „Amazon Fresh“ mit den Onlinepreisen von Rewe und Kaufland verglichen. Bei jedem zweiten Produkt war „Amazon Fresh“ günstiger. Während also 50 von 100 untersuchten Artikeln günstiger als bei der Konkurrenz waren, teilt sich Amazon den günstigsten Preis bei 37 weiteren Produkten mit einem anderen Anbieter. Zehn Artikel wurden bei allen drei Lieferdiensten zum gleichen Preis angeboten. Nur ein einziges Mal war „Amazon Fresh“ teurer als die Konkurrenz.

Nach einer Studie der Empfehlungsplattform mydealz liefert Amazon frische Fertiggerichte mit einem Preisvorteil von 41,5 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Online-Konkurrenz. Bei Koch- und Backzutaten sind die Preise durchschnittlich 28,8 Prozent günstiger, bei Schokolade, Süßigkeiten, Bier und Wein um 26 bis 27 Prozent. Fazit der mydealz-Studie: „Amazon Fresh lohnt sich nur für Wiederholungstäter.“ Warum? Das erläutern wir im folgenden Abschnitt.

Besonders günstig sei Amazon laut guenstiger.de im Obst- und Kühl-Bereich. Zum Beispiel kostete eine Zitrone bei Amazon 35 Cent, bei Rewe hingegen satte 69 Cent. Für den Pudding „Zott Monte Schoko Maxi“ (440g) berechnete „Amazon Fresh“ 1,29 Euro, während Rewe und Kaufland 1,89 Euro veranschlagten. Durchschnittlich waren die Artikel bei Amazon im guenstiger.de-Test acht Prozent günstiger als bei Kaufland und 15 Prozent günstiger als bei Rewe. Der gesamte Einkaufswert aller 100 Artikel betrug bei „Amazon Fresh“ genau 253,16 Euro. Zum gleichen Zeitpunkt kostete der gleiche Warenkorb bei Kaufland 275,87 Euro und bei Rewe 287,26 Euro.

Lieferkosten müssen berücksichtigt werden

Die Supermarktkette Rewe liefert seine Lebensmittel bundesweit mit einer eigenen Flotte aus.
Die Supermarktkette Rewe liefert seine Lebensmittel bundesweit mit einer eigenen Flotte aus.

Um die Konkurrenz korrekt zu begutachten, müssen allerdings auch noch die Lieferkosten berücksichtigt werden. Um überhaupt per „Amazon Fresh“ bestellen zu können, wird eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft für 69 Euro benötigt. Oben drauf kommen noch die 9,99 Euro pro Monat für „Amazon Fresh“. Eine kostenlose Lieferung gibt es dann allerdings auch nur, wenn der Warenwert der Bestellung über 40 Euro liegt, sonst kommen 5,99 Euro hinzu. Wer nur einmal im Monat bestellt, zahlt rein rechnerisch 69 Euro (Jahresgebühr für „Amazon Prime“) geteilt durch zwölf Monate (= 5,75 Euro) plus 9,99 Euro (monatliche Gebühr für „Amazon Fresh“). Das macht 15,74 Euro Lieferkosten. Bei zwei Bestellungen im Monat sind es immer noch 7,87 Euro. Zum Vergleich: Bei Rewe kostet die Lieferung je nach Zeitpunkt bis zu 5,90 Euro. Bei Kaufland fallen bis zu 4,75 Euro an.

11. Mai 2017

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