Burger King: Viele Yi-Ko-Filialen bereits wiedereröffnet

Fotos: By Anthony92931 (Own work) [<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ABurger_King%2C_Saugus.jpg">via Wikimedia Commons</a>
Fotos: By Anthony92931 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Drei Wochen nach dem Aus für die Burger King-Filialen der Yi-Ko-Holding sind viele Filialen bereits wiedereröffnet. Währenddessen wird der ehemalige Yi-Ko-Geschäftsführer Ergün Yildiz per Haftbefehl gesucht.

Vor über einer Woche reichte die Burger King GmbH der Yi-Ko-Holding einen Insolvenzantrag ein. Wie wir bereits vor wenigen Tagen ankündigten, hat der zuständige Insolvenzverwalter Marc Odebrecht bei Burger King um vorläufige Lizenzen für die Filialen gebeten. Nachdem der amerikanische Fastfood-Riese diesem Vorschlag zustimmte, sind bereits einige Filialen wiedereröffnet. Auch für Burger King macht dieses Handeln Sinn: Möchte der Konzern einen neuen Investor anlocken, so sollten die 89 Filialen der Yi-Ko-Holding laufen. Burger King erteilte Odebrecht eine vorläufige Erlaubnis zur Nutzung der Marke und finanziert den Neustart Millionenkredit.

Viele Mitarbeiter warten auf ihr Geld

Indes warten viele der 3.000 Mitarbeiter noch auf ihre Gehälter. Allerdings ist dies nur eine Frage der Zeit. Alle Mitarbeiter haben eine sogenannte Abtretungserklärung erhalten. Wenn sie diese unterschreiben, bekommen sie ihre Gehälter ausgezahlt. "Bis Weihnachten werden alle Mitarbeiter Geld erhalten", so Odebrecht.

Nach Angaben des Unternehmens läuft der Betrieb in allen 89 Filialen wieder wie gewohnt. Die Restaurants mussten schließen, nachdem Burger King seinem größten deutschen Franchisenehmer Yi-Ko im November mit Verweis auf Vertragsverstöße fristlos gekündigt hatte. In der vergangenen Woche hatte die zu Yi-Ko gehörende Betreibergesellschaft der Filialen Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht in Stade nahm sich dem Fall an.

Gegen Ergün Yildiz wird in der Türkei ermittelt

Parallel dazu wird der umstrittene ehemalige Chef der Yi-Ko-Holding, Ergün Yildiz, in der Türkei per Haftbefehl gesucht. Wie das Magazin Capital berichtet, wurde Yildiz bereits am 6. März 2012 vom Istanbuler Strafgericht in Kadiköy zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe, ausgesetzt auf fünf Jahre, verurteilt (Az. 2010/533 E). Yildiz habe vor Zeugen einem Geschäftspartner gedroht, ihn umzubringen. Ein weiterer Fall hat seinen Ursprung in Yildiz' Franchise-Tätigkeit bei Vapiano. In der Türkei war Yildiz von 2009 bis 2012 Franchisenehmer der Italo-Kette. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Yildiz und seinen ehemaligen Vapiano-Geschäftsführer.

Yildiz wird vorgeworfen, über seinen Geschäftsführer eigene Rechnungen vom Gesellschaftskonto des Joint-Ventures bezahlt zu haben. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf 500.000 türkische Lira, etwa 200.000 Euro. Sogar Mitarbeiter des deutschen Investors seien auf dessen Kosten in Yildiz' Restaurant eingesetzt worden. Diesen habe Yildiz erzählt, er sei der neue Chef. In der türkischen Presse wird eine Strafe von bis zu sieben Jahre Haft kolportiert.

Vapiano-Chef Gregor Gerlach äußerte sich, ähnlich wie Burger King, kritisch gegenüber Yildiz: "In ganz seltenen Fällen sind die Ansichten, Pläne und Ansprüche nicht deckungsgleich. Dann trennen sich die Wege - so wie im Fall von Ergün Yildiz."

18. Dezember 2014

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