Garnelen statt Scampi: So schummeln Restaurants

Im Gegensatz zur Garnele (links) hat der Scampi (rechts) einen breiten Schwanz und Scheren.

Einige Restaurants täuschen ihre Gäste und servieren Garnelen statt Scampi. Das hat das Wirtschafts- und Verbrauchermagazins „Markt“ des NDR herausgefunden.

Bei einer Stichprobe des NDR-Magazins "Markt" bekamen die Testesser in fünf Hamburger Restaurants Garnelen statt Scampi serviert. Unter den getesteten Restaurants befanden sich auch Filialen von Gosch und Vapiano.

Für das Restaurant macht eine solcher Betrug vor allem finanziell Sinn: Scampi kosten zwischen 32 und 35 Euro pro Kilo. Die gleiche Menge Garnelen kostet lediglich 8 bis 13 Euro. Ein akkreditiertes Labor bestätigte die in den fünf Restaurants genommenen DNA-Proben.

Zweimal befanden sich trotz der bestellten Scampi Garnelen der Gattung "Penaeus monodon" auf dem Teller der Testesser. Dreimal wurden Garnelen der Gattung "Penaeus monodon" serviert. Und das, obwohl auf der Speisekarte der Restaurants immer Scampi ausgewiesen wurden. Laut Lebensmittelrecht dürfen in Deutschland nur Gattungen mit dem Namen "Metanephrops spp." und "Nephrops norvegicus" als Scampi verkauft werden.

Die Hamburger Wettbewerbszentrale kündigte an, nun wettbewerbsrechtlich gegen diese Praxis vorgehen zu wollen. Eine unlautere Geschäftshandlung scheint gegeben.

Ersparnis von rund 25 Euro pro Kilogramm

Wer sich im Restaurant wirklich sicher sein möchte, dass er statt Garnelen auch wirklich Scampi auf dem Teller hat, der lässt sich diese am besten ganz zeigen. Der Unterschied zwischen den Tieren ist nicht nur der Geschmack. Auch gehören Scampi zur Familie der Hummer und haben im Gegensatz zu Garnelen Scheren. Der Schwanz der Scampi sind deutlich breiter. Garnelen haben Fühler und in rohem Zustand eine gräuliche Farbe. Erst beim Garen färben sie sich rosa.

Vapiano äußerte sich zu den Vorkommnissen und teilte mit, bereits seit einigen Wochen "Gamberetti" statt "Scampi" auszuweisen. Gosch hingegen wollte sich nicht äußern.

Gerade weil man mit den Garnelen im Vergleich zu den Scampi rund 25 Euro pro Kilogramm einsparen kann, sind die aktuelle Funde so heikel. Ob sie nur Einzelfälle oder gängige Praxis sind, möchte die Hamburger Wettbewerbszentrale nun herausfinden. Auch in anderen Städten und Bundesländern schlagen die Behörden jetzt Alarm. Einige Bundesländer haben bereits Stichproben angekündigt.

29. September 2015