Lieferdienst Foodora testet Lieferroboter in Hamburg

Foto: Foodora/Delivery Hero
Foto: Foodora/Delivery Hero

Seit wenigen Tagen liefert der Bringdienst foodora sein Essen per Lieferroboter aus. Zunächst startet die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Starship Technologies in Hamburg.

In vielen Branchen bekommen Roboter immer wichtigere Rollen. So auch in der Gastronomie. Nicht nur in vielen Restaurants kommen die neuartigen Mitarbeiter zum Einsatz, auch liefern sie nun Speisen aus. Der Bringdienst foodora testet seit wenigen Tagen den Einsatz von Lieferrobotern. Die Zusammenarbeit mit Starship Technologies startet in Hamburg. Zeitgleich beginnt auch die Pizzakette Domino's einen Testbetrieb in der Hansestadt. Starship Technologies zielt mit seinen Robotern darauf ab, alle Bestellungen innerhalb von fünf Kilometern in 15-30 Minuten auszuliefern. Eine spezielle Isolierung des Roboters sorgt dafür, dass die Speisen auch heiß und lecker beim Kunden ankommen. Nach einer erfolgreichen Testphase sollen die Lieferroboter auch in anderen Städte genutzt werden. Derzeit liefert foodora weltweit in über 53 Städten.

Alternative zu 2.500 Fahrradkurieren

Das Premium-Essen kommt mit dem Fahrrad. Foto: foodora
Allein in Deutschland sind für foodora rund 2.500 solcher Fahrradkuriere im Einsatz. Foto: foodora

Der Lieferroboter bietet nicht nur eine weitere emissionsfreie Alternative zu den rund 2.500 in Deutschland eingesetzten foodora-Fahrradkurieren, sondern reduziert auch den Verkehr und die Luftverschmutzung in den großen Städten. „Wir sind immer auf der Suche nach innovativen Wegen, um die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen“, erklärt Niklas Östberg. „Das Pilotprogramm mit Starship Technologies ist ein wirklich aufregender Schritt auf unserem Weg, unseren Kunden ein einmaliges Kundenerlebnis zu bieten bei gleichzeitig emissionsfreiem Lieferservice“, so der CEO von Delivery Hero, dem Mutterkonzern von foodora, weiter. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass foodora mit den Robotern viel Geld sparen könnte. Schließlich zahlt das Unternehmen den rund 2.500 Fahrradkurieren in Deutschland einen Stundenlohn von 9 bis 11 Euro. Diesen Betrag könnte foodora zukünftig einsparen.

Starship-CEO Ahti Heinla erklärt: „Für uns ist die Partnerschaft mit foodora ein spannendes neues Kapitel, noch mehr Verbrauchern eine bequeme und schnelle Lieferungen anzubieten. Wir sehen Lieferroboter als zentralen Bestandteil des modernen Lebens in naher Zukunft und wir arbeiten mit Eifer daran, unser Programm auf der ganzen Welt weiter voranzutreiben.“ Aktuell werden die Roboter noch von einem Menschen begleitet, der im Notfall jederzeit die Kontrolle übernehmen könnte. Doch dies soll sich nach einiger Zeit ändern. Dann fahren die Roboter alleine durch die Gegend. Mithilfe von intelligenten Sensoren sollen die Lieferroboter Hindernisse erkennen und ihnen ausweichen. Laut Starship Technologies könnte der eingesetzte Roboter 6D88 mit 16 Stundenkilometern zum Kunden unterwegs sein. Allerdings gilt für Roboter hierzulande eine gesetzliche Höchstgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometern.

Delivery Hero mit 300 Millionen Euro Umsatz

Laut der Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA bestellen in Deutschland etwa 22 Millionen Menschen mindestens einmal pro Monat Essen bei einem Lieferservice. Nur ein Viertel der Deutschen nutzen demnach gar keine Bringdienste. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen kräftig in diesen Markt investieren. Neben Onlineportalen wie Lieferando.de, Pizza.de oder Lieferheld.de, gibt es auch Anbieter wie Foodora oder Deliveroo, die neben der Online-Plattform auch die gesamte Logistik übernehmen. Für Services wie der digitalen Speisekarte, der Auftragsverarbeitung und der Auslieferung berechnen sie eine Provision von bis zu 30 Prozent. Foodora ist ähnlich wie Pizza.de und Lieferheld.de eine Tochter von Delivery Hero. Das Unternehmen wächst und wächst und wächst. Im Geschäftsjahr 2016 setzte Delivery Hero rund 300 Millionen Euro um.

11. Mai 2017

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