„Refill“: Umweltschutz mit kostenlosem Wasser in Restaurants

„Plastikmüll vermeiden, Leitungswasser trinken, Wasserflasche auffüllen“, so die Idee der Aktion „Refill“. Immer mehr Restaurants schließen sich an und füllen Wasserflaschen kostenlos auf.

Jede Minute werden auf der Welt eine Million Wasserflaschen aus Plastik verkauft. Die Verantwortlichen der Aktion „Refill“ wollen diese Zahl reduzieren und riefen eine bemerkenswerte Aktion ins Leben. Die Initiative möchte erreichen, dass deutliche wenig Plastikflaschen in Umlauf geraten. Stattdessen sollen mitgebrachte Wasserflaschen kostenlos mit Leitungswasser aufgefüllt werden. Alle teilnehmenden Läden und Restaurants haben einen Aufkleber mit dem Logo der Aktion an der Eingangstür kleben. Somit weiß jeder Bescheid, dass er dort reingehen und seine Wasserflasche kostenlos auffüllen lassen kann. Eine Liste der teilnehmenden Läden gibt es auf der offiziellen Seite von „Refill“. Nicht nur Restaurants und Cafés, sondern auch Blumenläden, Apotheken, Buchhandlungen oder Kindergärten machen mit. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen auf Mineralwasser zurückgreifen, ist diese Aktion sehr sinnvoll. 2016 konsumierte der Deutsche durchschnittlich 148,8 Liter Heil- und Mineralwasser. Zum Vergleich: 1970 wurden nur 12,5 Liter pro Person konsumiert.

Kostenloses Wasser: Normalität in vielen Ländern

Bereits in über 50 deutschen Städten hat sich die Initiative etabliert, die Ende März dieses Jahres in Hamburg startete. Die gute Idee der Kampagne lebt die Gründerin Stephanie Wiermann selbst vor. Schon seit einigen Jahren lebt die Hamburger Bloggerin und Webdesignerin plastikfrei. Inspiriert wurde sie von der englischen Stadt Bristol, in der es seit 2015 ein ähnliches Projekt mit mittlerweile rund 200 Abfüllstationen gibt. Das in südeuropäischen Ländern zur Normalität gehörende kostenlose Auffüllen von Wasserflaschen möchte die „Refill“-Gründerin auch in Deutschland etablieren. Zum Beispiel bekommt der Gast in Frankreich in fast jedem Lokal eine kostenlose „carafe d’eau“, wenn er danach fragt. Auch in Griechenland und Kroatien ist dies eine Selbstverständlichkeit. Ganz anders als in Deutschland, wie Til Schweiger vormachte. In seinem Restaurant kostet ein Liter Leitungswasser satte 4,20 Euro. Zugegeben: Es ist gefiltert und mit Kohlensäure versetzt worden. In Rom gibt es sogar Brunnen mit Trinkwasser, an denen die Menschen ihre Flaschen füllen können.

In allen teilnehmenden Städten Deutschlands engagieren sich Ehrenamtliche, um weitere Läden für die Aktion zu gewinnen. Laut Ole Braukmann von Hamburg Wasser kosten 1.000 Liter Leitungswasser inklusive der Schmutzwassergebühr nur 3,96 Euro. Auch in Berlin kostet ein Liter Leitungswasser nur rund 0,5 Cent. Das finanzielle Risiko für die teilnehmenden Läden hält sich also stark in Grenzen. Allein in Berlin gibt es derzeit rund 150 teilnehmende Geschäfte und Unternehmen.

30. August 2017

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