Ehemaliger Tchibo-Inhaber steigt bei Vapiano ein

Foto: By joho345 (Own work) [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATchiboladen.JPG">via Wikimedia Commons</a>
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Der ehemalige Mitinhaber des Hamburger Kaffeerösters Tchibo, Günter Herz, hat lange nach einem geeigneten Unternehmen für seine Belange gesucht. Nachdem Bilanzen von Jack Wolfskin und anderen großen Unternehmen überprüft und studiert wurden, sind Herz und sein 20 Mitarbeiter starkes Team fündig geworden. Das eigene Unternehmen Mayfair beteiligte sich nun mit 40 Prozent am Systemgastronomie-Unternehmen Vapiano.

Die Investmentgesellschaft Mayfair, welche von Herz und Schwester Daniela Herz-Schnoeckel betrieben wird, hat sich für eine Beteiligung am Hamburger Franchising-Unternehmen Vapiano entschieden. Die restlichen 60 Prozent des Unternehmens halten die Unternehmer Gregor Gerlach und Jochen Sander. Das geschätzte Vermögen von Günter Herz und seiner Schwester liegt bei sechs Milliarden Euro.

Das im Jahre 2002 in Hamburg gegründete und inzwischen über circa 100 Filialen verfügende Unternehmen der Systemgastronomie verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 200 Millionen Euro und gilt als sehr wachstumsstarkes Unternehmen der Branche. Allerdings wollen weder der 70-jährige Herz, noch sein Kollege Gerlach den Kaufpreis der erworbenen 40 Prozent nennen.

Vorantreiben der Internationalisierung ist das größte Ziel

Anders als bei anderen Unternehmen der Systemgastronomie, wird die bestellte Speise im Vapiano vor den Augen des Besuchers frisch zubereitet. Anschließend wird der Rechnungsbetrag auf einer Chipkarte gespeichert; bezahlt wird am Ausgang. Auf der Speisekarte stehen unter anderem Pasta, Salate und Pizzen. Das Unternehmen ist bereits auf vier Kontinenten vertreten und hat außerdem 45 Filialen in Deutschland. Neu-Mitinhaber Herz will die Internationalisierung weiter vorantreiben.

Doch auch in Deutschland sollen ebenfalls weitere Filialen eröffnet werden, darunter weitere Restaurants in Hamburg. Derzeit gibt es drei Filialen der Kette in Hamburg, ein weiterer Standort wird derzeit geprüft. Insgesamt kann sich das Unternehmen sechs bis zehn Standorte in der Hansestadt vorstellen.

Nachdem die Herz-Geschwister im Jahre 2002 ihre Beteiligung am Kaffeeröster Tchibo an die Brüder Michael und Wolfgang und den inzwischen verstorbenen Bruder Joachim abgaben, verkaufte die Familie auch die Beteiligungen an den Unternehmen Reemtsma (Zigarettenhersteller) und am Hautpflege-Unternehmen Beiersdorf. Günter und Daniela Herz-Schnoeckel wurden mit vier Milliarden Euro ausgezahlt.

Die Investoren-Geschwister schlugen nun nicht zum ersten Mal zu. Erst kaufte Günter Herz Schiffsklassifizierer Germanischer Lloyd für 550 Millionen Euro, danach verkaufte er zusammen mit seiner Schwester die von Puma seit 2003 nach und nach erworbenen Anteile für 800 Millionen Euro.

16. Juni 2011

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