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Rauchverbote retten Leben

28.03.2012. Eingetragen unter: Aus der Gastronomie.
Laut einer Studie der Krankenkasse DAK retten Rauchverbote leben. So gingen die Zahlen der Angina-pectoris-Fälle und Herzinfarkte im Jahr nach der Einführung der Nichtraucherschutzgesetze erheblich zurück.

Laut einer Studie der Krankenkasse DAK retten Rauchverbote leben. So gingen die Zahlen der Angina-pectoris-Fälle und Herzinfarkte im Jahr nach der Einführung der Nichtraucherschutzgesetze erheblich zurück.

Fünf Jahre nach den ersten Rauchverboten in Restaurants fanden Forscher heraus, dass die Verbote tausenden Menschen das Leben retteten. «Wir wissen, dass die Einführung des Nichtraucherschutzes zu einer deutlichen Verringerung bei Angina pectoris und Herzinfarkten geführt hat», sagt Herbert Rebscher, Chef der Krankenkasse DAK. Bereits ein Jahr nach der Einführung der Verbote vermeldete die Krankenkasse 1430 Angina-pectoris-Fälle und 450 Herzinfarkt-Einweisungen weniger.

Forscher um James Sargent von der Dartmouth Medical School in Lebanon (US-Bundesstaat New Hampshire) und Reiner Hanewinkel vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel haben Krankenhausdaten von 3,7 Millionen Versicherten ausgewertet. Die Studie, welche Daten des Zeitraums von Anfang 2004 bis Ende 2008 erfasst, sei nach Angaben der DAK die weltweit größte Studie zur Wirkung von Rauchverboten.

8,6 Prozent weniger Herzinfarkte

Wie diese Grafik der Ärzte Zeitung zeigt, senkte der Nichtraucherschutz die Klinikeinweisungen erheblich.

Wie diese Grafik der Ärzte Zeitung zeigt, senkte der Nichtraucherschutz die Klinikeinweisungen erheblich.

Allein aufgrund der Nichtraucherschutzgesetze seien 8,6 Prozent weniger Herzinfarkte aufgetreten – allein in Deutschland. In anderen Länder, welche Rauchverbote ohne jegliche Ausnahmen durchführen, wird der Rückgang auf circa 17 Prozent geschätzt. Die Behandlungen aufgrund von Angina pectoris, einer Brustenge als Vorstufe des Herzinfarkts, sanken derweil um 13 Prozent.

In Deutschland hingegen fallen die Regelungen unterschiedlich aus:

  • Bundesregelung: Seit 2007 legt Deutschland ein grundsätzliches Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen und im öffentlichen Personenverkehr fest.
  • Länderregelungen: Im Jahre 2008 fällte das Bundesverfassungsgericht Beschlüsse für den Nichtraucherschutz in der Gastronomie. Viele Bundesländer richteten ihre Gesetze danach aus und erlaubten in kleinen Kneipen mit weniger als 75 Quadratmetern das Rauchen ab 18 Jahren. Mal abgesehen vom Bundesland Bayern darf in fast ganz Deutschland in separaten Räumen geraucht werden. In Bayern ist das Rauchen in Restaurants nach einem Volksentscheid fast ausnahmslos verboten.

Krankenkassen sparen 150 Millionen

Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Carola Reimann (SPD), wünscht sich, «dass alle Länder es machen wie Bayern und einheitlich auf Ausnahmen verzichten.»

Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Carola Reimann (SPD), wünscht sich, «dass alle Länder es machen wie Bayern und einheitlich auf Ausnahmen verzichten.»

Fakt ist: Wo Zigaretten verschwinden, sinkt die Zahl der Herzinfarkte. Insgesamt seien mehr als 35 000 schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert worden, so DAK-Chef Rebscher. Dadurch sparten die Krankenkassen circa 150 Millionen Euro. Nun fordert Rebscher gemeinsam mit der Herzstiftung und der SPD ein allgemeines Rauchverbot. Gegner wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga warnen vor Kneipensterben und Verlust von Arbeitsplätzen.

Auch die Umfragewerte der DAK sprechen eine eindeutige Sprache: 14 Prozent der Menschen finden, dass jeder rauchen darf, wo er will. 84 Prozent sind dagegen. Allerdings hören nur circa fünf Prozent der Raucher aufgrund der Verbote auf. Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Carola Reimann (SPD), wünscht sich, «dass alle Länder es machen wie Bayern und einheitlich auf Ausnahmen verzichten.»

«Die Zahlen bestätigen, was wir bereits aus Ländern wie den USA oder Italien wissen», betont Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen in München. Im Jahre 2009 besagte eine Studie in den USA, dass Rauchverbote auch dort die Zahl der Herzinfarkte senken. Ebenfalls meldete Italien ähnliche Ergebnisse, nachdem dort ein strenges Rauchverbot eingeführt worden war. In Irland stellten Forscher beim Personal der Gastronomie positive Resultate fest, ebenso wie in Schottland. Im Land der Insel Großbritannien wurde sogar ein Rückgang der Frühgeburten auf das Rauchverbot zurückgeführt. Brück bestärkt das Rauchverbot weiter: «Die schädliche Wirkung trifft auch den Passivraucher», sagt der Mediziner.

Was passiert durch Zigarettenrauch?

  • Der Zigarettenrauch enthält Schadstoffe, welche die Gefäße verkrampfen.
  • Die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern sich, so dass der gesamte Körper weniger durchblutet und die Haut schlechter versorgt wird.
  • Das Blut kann verklumpen, es bilden sich Ablagerungen in den Gefäßen, welche sogar verschließen können. Betrifft dies ein Herzkranzgefäß, so ist der Herzinfarkt da.

Was kann dagegen unternommen werden?

  • Vor allem regelmäßiger Sport ist der direkte Gegenspieler des Rauchens.
  • Die Gefäße werden dadurch lockerer, die Durchblutung verbessert sich.

Umfrage: Braucht Deutschland ein striktes Rauchverbot?

Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen in München, auch als Experte im TV tätig, rät seinen Herzpatienten nicht nur, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern auch regelmäßig Sport zu treiben.

Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen in München, auch als Experte im TV tätig, rät seinen Herzpatienten nicht nur, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern auch regelmäßig Sport zu treiben.

Deswegen rät Heribert Brück seinen Herzpatienten nicht nur, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern auch regelmäßig sportlich aktiv zu sein, insofern körperlich möglich. Weltweit rechnen Mediziner mit Millionen Tabak-Todesopfern pro Jahr. Allein in Deutschland starben im Jahr 2010 rund 353.000 Menschen – und damit 41 Prozent aller Sterbefälle – an den Folgen einer Herzkreislauferkrankung, davon circa 60.000 an einem Herzinfarkt.

Entgegen der Befürchtungen haben Rauchverbote nicht zu starken Umsatzeinbußen in der Gastronomie geführt. In Bayern, dem Bundesland mit der strengsten Regelung, sind die Umsätze sogar gestiegen.

Eine Forsa-Umfrage ergab, dass sich 63 Prozent der Menschen früher häufig durch den Rauch belästigt fühlten. 23 Prozent der Befragten gaben an, seit Einführung der Rauchverbote öfter in Restaurants zu gehen.

Braucht Deutschland ein striktes Rauchverbot?

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2 Kommentare »

  1. 2000 bis 2004 war in Deutschland ebenfalls ein Rückgang an Herzinfarkten von über 8 % zu verzeichnen.

    Weshalb werden diese Zahlen nicht erwähnt?
    Wie erklären sich diese Zahlen?

    Man kann so etwas auch ignorieren, aber die Aussagekraft der DAK Zahlen sind so herzlich wenig wert.

    Kommentar by Emil Schweizer — 23. April 2012 um 18:12

  2. Was will der “Staat” hier Privatunternehmen verbieten? Wenn der Staat in seinen eigenen Unternehmen das Rauchen verbietet, dann kann er das als Inhaber tun. Aber privaten Unternehmern das verbieten? Ob das wirklich der richtige Weg ist..? Ist es eigentlich erlaubt oder verboten in Parteizentralen zu rauchen?

    Kommentar by Sandra Dreher — 26. April 2012 um 18:59

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