Guide Michelin Frankreich kürt neuen Stern am Gourmethimmel

Am 1. März diesen Jahres schlägt das französische Feinschmeckerherz höher: Der «Guide Michelin» kürt in seiner neuen Ausgabe die Sterne-Restaurants Frankreichs. Kein anderes Land der Welt verzeichnet so viele Gourmettempel wie das Mittelmeerland.

Das Restaurant «Flocons de Sel» im Wintersportort Megève (Savoyen) erhielt zum ersten Mal drei Sterne. Damit erfasst der Hotel- und Gastronomieführer nun 26 Drei-Sterne-Restaurants, 83 Zwei-Sterne-Restaurants und 485 Häuser mit einem Stern.

Der Michelin-Restaurantführer für Deutschland zeichnet neun Restaurants mit der Bestnote von drei Sternen aus. Damit steht Deutschland in Europa an zweiter Stelle hinter Frankreich.

Für 29,95 Euro empfiehlt die französische Ausgabe des «Guide Michelin» seinen Lesern auf 2.016 Seiten 4.289 Restaurants und 4.457 Hotels aller Kategorien.

Mit der «Bib Gourmand»-Auszeichnung kürt die seit 1900 erscheinende Gourmet-Bibel auch Häuser mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Gäste erhalten in diesen Häusern bereits für 29 Euro (35 Euro in Paris) ein Drei-Gänge-Menü ohne Getränke. 124 Häuser dürfen sich in diesem Jahr zum ersten Mal über diese Auszeichnung freuen.

Emmanuel Renaut ist einziger neuer Drei-Sterne-Koch

Emmanuel Renaut freut sich über die Auszeichnung mit seinem Restaurant «Flocons de Sel» im Wintersportort Megève in den Savoyen. Nachdem der «Guide Michelin» im vergangenen Jahr keine neue Drei-Sterne-Auszeichnung vergab, ist der 44-jährige Küchenchef in diesem Jahr der einzige neue Koch der höchsten Kategorie. Foto: Flocons de Sel
Emmanuel Renaut freut sich über die Auszeichnung mit seinem Restaurant «Flocons de Sel» im Wintersportort Megève in den Savoyen. Nachdem der «Guide Michelin» im vergangenen Jahr keine neue Drei-Sterne-Auszeichnung vergab, ist der 44-jährige Küchenchef in diesem Jahr der einzige neue Koch der höchsten Kategorie. Foto: Flocons de Sel

Emmanuel Renaut ist der einzige neue Drei-Sterne-Koch. Der 44 Jahre alte Chefkoch freut sich mit seinem Restaurant «Flocons de Sel» im Wintersportort Megève (Savoyen) über die wohl renommierteste Auszeichnung der Gastronomie. Mit seinem «subtilen, harmonischen und überraschenden» Stil habe er alle Tester überzeugt, so Juliane Caspar, die Chefredakteurin des französischen «Guide Michelin».

Die Michelin-Tester befindet sich zwischen 30 und 150 Minuten in einem Restaurant und merken sich alle wichtigen Details um in einer Konferenz über die Vergabe der beliebten Sterne zu entscheiden.

«Das ist der Traum eines jeden Kochs», freute sich Renaut. Nach dem Empfang der Nachricht habe er sich zunächst 15 Minuten lang die Beine vertreten müssen, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Trotz Renauts Erfolges in den Savoyen bleibt Paris mit zehn Drei-Sterne-Restaurants die Hochburg Frankreichs.

Der aus der Picardie stammende Emmanuel Renaut setzt in seiner Philosophie vor allem auf regionale Produkte. Gelernt hat er sein Handwerk beim Spitzenkoch Marc Veyrat, der einer der höchstdekorierten Köche der Welt ist. Schließlich wertete der «Gault-Millau» seine Künste mit 20 von 20 möglichen Punkten und auch der «Guide Michelin» zeichnete den 61-jährigen Franzosen mit drei Sternen aus.

47 Jahre lang auf dem Thron

Das Drei-Sterne-Restaurant «Flocons de Sel» im Wintersportort Megève in den Savoyen ist im gleichnamigen Relais & Châteaux Hotel untergebracht, welches vier Sterne trägt. Foto: Flocons de Sel
Das Drei-Sterne-Restaurant «Flocons de Sel» im Wintersportort Megève in den Savoyen ist im gleichnamigen Relais & Châteaux Hotel untergebracht, welches vier Sterne trägt. Foto: Flocons de Sel

Der von der Touristikabteilung des Reifenherstellers Michelin zunächst als Werkstatt-Wegweiser gedachte «Guide Michelin» hatte im Vorjahr erstmals seit dem Jahre 1992 keinen neuen Drei-Sterne-Koch ausgezeichnet. Durch die vielen Internetseiten, welche sich ebenfalls um Restaurant-Ranglisten bemühen, sehen Experten den Print-Restaurantführer als wankenden Riesen an. Doch vor allem bei ausländischen Besuchern steht der nach wie vor beliebte «Guide Michelin» hoch im Kurs.

Grund zur Freude hat auch der 86-jährige Starkoch Paul Bocuse. Sein gleichnamiges Restaurant positioniert sich seit dem Jahre 1965 in der Spitzenkategorie der französischen Ausgabe. Bocuse ist vor allem dafür bekannt, die «Nouvelle Cuisine» (franz. neue Küche) vorangetrieben zu haben. Unter der «Nouvelle Cuisine» versteht man eine in den 1970er Jahren in Frankreich entwickelte Kochkunst, die den Eigengeschmack der verwendeten Nahrungsmittel in den Fokus stellt. Auch das Restaurant «Auberge de l'Ill» im elsässischen Illhäusern behält seine drei Sterne, die Chefkoch Marc Haeberlin erstmals 1967 verliehen wurden.

29. Februar 2012

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