Hamburger Restaurants: Wo Bio draufsteht, ist nicht immer Bio drin

Wo Bio draufsteht, ist nicht unbedingt Bio drin: Nur die Hälfte der in Hamburg überprüften Gastronomie-Betriebe hält sich an die gesetzlichen Auflagen für Bio-Lebensmittel.

Die Hamburger Verbraucherzentrale hat Restaurants, Cafés und Bistros stichprobenartig überprüft. Dabei kam heraus, dass die meisten Gastro-Betriebe der Hansestadt offensichtlich keinen Wert auf die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen für Bio-Lebensmittel legen.

Bei acht von 18 Restaurants oder Cafés wurden Bio-Gerichte angeboten, die zum Teil aus konventionellen Lebensmitteln bestanden. Die angebotenen Speisen waren offiziell also überhaupt keine Bio-Gerichte. Dies ist vor allem deshalb brisant, weil Verbraucher für Bio-Gerichte deutlich mehr zahlen als für konventionell hergestellte Produkte.

Viele weitere Restaurants, die Bio-Lebensmittel anbieten, haben nicht mal mehr ein Öko-Zertifikat. Denn wenn Gastro-Betriebe Bio-Lebensmittel verkaufen, dann müssen sie sich einem Öko-Kontrollverfahren unterziehen. Insgesamt neun der 18 Restaurants, Cafés oder Bistros nahmen zum Zeitpunkt der Überprüfung nicht am Öko-Kontrollverfahren teil, obwohl sie Bio-Produkte anboten. Acht dieser Restaurants boten die Speisen auch sechs weitere Monate noch als Bio-Lebensmittel an – und das, obwohl die Verstöße von der Verbraucherzentrale bemängelt wurden.

„Das Ergebnis ist enttäuschend“

Das Ergebnis ist enttäuschend“, so Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass einige Gastronomen in der Bio-Stadt Hamburg etwas verbergen wollen und sich daher dem Kontrollsystem entziehen.“

Zum Beispiel bot das Restaurant Central im Stadtteil St. Georg beim Test konventionelle Cola an, obwohl die Getränkekarte Bio-Cola ausweist. Im Café Mikkels in Hamburg-Ottensen lag keine Öko-Zertifizierung vor, obwohl Bio-Produkte angeboten wurden. Manna's Bio Bistro hat zwar eine Zertifizierung, diese war allerdings schon bei der Prüfung im Juni nicht mehr gültig. Auch an der Deklaration können viele Restaurants arbeiten: Bei sieben von insgesamt neun zertifizierten Lokalen fehlte eine verbraucherfreundliche Veröffentlichung der Öko-Zertifizierung. Vorbildlich hingegen präsentierte sich zum Beispiel die Biokonditorei Eichel, die von den Testern für ihre „nachvollziehbare und transparente Bio-Kommunikation“ gelobt wurde.

Übrigens: Seit dem 1. Dezember ist Hamburg offiziell Bio-Stadt. Wie passend...

Die Liste der kontrollierten Lokale und ihre Ergebnisse finden Sie hier: Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln in Hamburger Restaurants, Cafés & Bistros (PDF-Datei)

07. Dezember 2016

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