Umweltfreundliches Restaurant in England produziert keinen Müll

Das Restaurant Silo in der 39 Upper Gardner Street in Brighton verzichten gänzlich auf Müll. Foto: Restaurant

'Zero waste' heißt das neue Konzept des Restaurants 'Silo' im englischen Brighton. Besitzer Douglas McMaster kommt gänzlich ohne Müll aus.

Heutzutage ist es nicht selbstverständlich, Menschen zu treffen, welche die Umwelt bewusst schonen. Vor wenigen Wochen stellten wir einen Restaurantbesitzer vor, der mit seinem 'Sandwich me in' in zwei Jahren einen Sack Abfall produzierte. Auch Douglas McMaster ist einer dieser Menschen. Denn in seinem Restaurant "Silo" im englischen Brighton entsteht kein Müll. McMaster, der sein Restaurant im September eröffnen wird, sagte der britischen Zeitung Independent, dass es das Geheimnis sei, mit den Lebensmitteln in ihrem Ursprungszustand zu arbeiten.

"95 Prozent des typischen Mülls zu vermeiden ist einfach"

Knapp sechs Wochen vor der Eröffnung des "Silo" ist McMasters Plan bereits durchdacht: Joghurt und Essig wird er selbst herstellen, Pilze eigens anpflanzen. Douglas McMaster möchte auf Zwischenhändler und so auch auf Müll verzichten. Nur Landwirte und Händler aus der Region sollen seine Waren liefern. So landen ausschließlich frische Produkte auf den Tellern der Gäste. Die Lieferung erfolgt, wie sollte es auch anders sein, in wiederverwendbaren Gefäßen. "95 Prozent des typischen Mülls zu vermeiden ist überraschend einfach", sagt McMaster stolz.

Der Ursprung dieses Gedankens liegt in der beruflichen Vergangenheit von McMaster. Zwölf Jahre lang arbeitete er in Restaurants auf der ganzen Welt und zeigte sich von der Lebensmittelverschwendung schockiert. "In einem Restaurant brauchten sie nur die Herzen der Salate, die übrigen Blätter warfen sie einfach weg", so McMaster. Auch irritiert ihn die Erwartung der Gesellschaft. "Wir leben in einer Welt, in der wir das ganze Jahr über Avocados und Ananas erwarten, Lebensmittel, die die in unserer Gegend gar nicht vorkommen." Im "Silo" gibt es in Zukunft nur sechs Gerichte am Tag. Mindestens eins mit Fisch, eins mit Fleisch und eine vegane Speise.

Toilettenspülung aus der Kaffeemaschine

Nicht nur in der Küche möchte Douglas McMaster sparen. Auch am und im Haus legt der künftige Restaurantbesitzer viel Wert auf Ökonomie und Ökologie. Auf dem Dach wird es Solarzellen geben und im Restaurant wird auf energieintensive Wärmelampen verzichtet. Sogar die Toilettenspülung leistet ihren Beitrag zum "No Waste"-Konzept. Denn hier soll das Abwasser der Kaffeemaschine dienen. Das Wasser in den Waschbecken ist mit einer Chlor-Sauerstoff-Verbindung angereichert und tötet Bakterien sowie Viren ab. Mit diesem Clou spart sich McMaster den Verpackungsmüll von Spülmittel und Seife.

Um wirklich gänzlich auf Müll zu verzichten, verarbeitet McMaster auch Lebensmittel vom Vortag. Zumindest dann, wenn welche übrig geblieben sind. Sollte auch am zweiten Tag noch etwas übrig bleiben, so leistet die Kompostmaschine ihr Werk. Für 27.000 Euro hat er sich diese nämlich eigens zugelegt - "No waste" eben.

28. Juli 2014

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