Gastronomie beklagt sich über steigende Preise

Eventuell müssen die Gastronomen in den nächsten Monaten viel Kreide kaufen: Die sich stetig erhöhenden Preise führen zu regelmäßigen Anpassungen der Speisekarten. Foto: wrw / pixelio.de

Nachdem die Preise für Getreide, Fleisch, Kaffee, Säfte, Bier und Wein enorm angestiegen sind, ist klar: Die Zeiten der günstigen Lebensmittel sind vorbei. Das schlägt sich natürlich auch in der Gastronomie nieder, welche die Preissteigerungen an die Endverbraucher weitergibt.

Laut der AHGZ (Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung) habe das Gastgewerbe die Preise um 3 bis 8 Prozent erhöht. Die Konsumlaune der Gäste leidet bisher nicht unter der Erhöhung.

Im Vergleich zum April letzten Jahres sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in diesem April um 2 Prozent angestiegen. Nicht nur der Liter Milch kostet vier Cent mehr als im Vorjahr, auch die Preise für Quark und Butter sollen steigen. Der Butter-Preis stieg im letzten Jahr um 28,7 Prozent, Kaffee ist um 17,8 Prozent teurer. Doch auch die Energiepreise treiben Sorgenfalten auf die Stirn der Gastronomen: Sie stiegen in den letzten 12 Monaten um 10,5 Prozent.

Gastronomie gibt steigende Preise weiter

Die Inflation stieg bereits im dritten Monat hintereinander um über 2 Prozent. Nachdem viele Gastronomen zunächst versuchten, im Betrieb Kosten einzusparen, hat die Geduld dieser nun doch ein Ende: Ihnen bleibt keine andere Chance, als die Preiserhöhungen an den Gast weiterzugeben. Ein Beispiel: In fast allen bayerischen Biergärten kostet eine Maß inzwischen über 7 Euro, das sind 20 bis 50 Cent mehr als im Vorjahr.

In der Systemgastronomie sieht die Lage weitaus entspannter aus. Das Unternehmen Vapiano teilte mit, dass die Preiserhöhungen bisher durch Optimierungen aufgefangen werden konnten, ließ aber ebenso verlauten, dass man diesbezüglich für das Jahr 2012 keine Prognose machen möchte. Diese hänge vor allem von der Entwicklung der Rohstoffpreise ab.

Steigende Preise auf den Speisekarten werden bislang akzeptiert

Dass die steigenden Preise in der Gastronomie von den Gästen bis dato akzeptiert werden, das zeigt die Tatsache, dass viele Gastronomen im März 2011 eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stellte kürzlich in Aussicht, dass es in Deutschland einen enormen Konsumrückgang geben wird. Das Gastgewerbe ist davon bisher nicht betroffen: Der Konsumklimaindex soll im Mai um 0,2 auf 5,7 Punkte sinken.

Deshalb schätzen Experten, dass viele Menschen bald sparen werden. Noch nie zuvor haben so viele Menschen Biolebensmittel bezogen oder wechselten zu Ökostrom-Anbietern. Eines ist sicher: Zurücklehnen darf sich niemand. Der Kostendruck wird weiter wachsen, so dass auch ein derzeit unbetroffenes Unternehmen wie Vapiano seine Führungskräfte gezielt darauf schult, kostenbewusst zu agieren.

25. Mai 2011

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