Kellnerinnen mit Waffen: Ein US-Restaurant macht es möglich

Unglaublich, aber wahr: In einem Restaurant im US-Bundesstaat Colorado bedienen die Kellnerinnen ausschließlich mit einer Waffe im Anschlag. Foto: Twitter/ShootersGrill

Unglaublich, aber wahr: In einem Restaurant im US-Bundesstaat Colorado bedienen die Kellnerinnen ausschließlich mit einer Waffe im Anschlag.

Dass die Amerikaner ein relativ lockeres Waffengesetz haben ist bekannt. Und auch die Forderung vieler anderer Länder, das amerikanische Waffengesetz zu verschärfen, liegt fast jedem Europäer im Munde. Doch offensichtlich sind die Amerikaner noch bekloppter als wir ohnehin schon dachten: In einem Restaurant im US-Bundesstaat Colorado sind Waffen strengstens erlaubt. Sogar die Kellnerinnen tragen sie. In dem kleinen Städtchen Rifle (deutsch: Knarre) ist nicht viel los. Zeit, die 10.000-Einwohner-Stadt mal etwas bekannter zu machen. So dachten sich wahrscheinlich die Besitzer des Restaurants „Shooters Grill“.

Waffen sind willkommen

Die Kellnerinnen des Restaurants sind klar angewiesen, stets eine Waffe zu tragen. Auch von den Gästen wird dies gewünscht. Die Gesetze in Colorado erlauben das. Ein Schild am Eingang lädt die Gäste ausdrücklich ein, ihre Waffen mitzubringen. Die Aufschrift „Auf diesem Gelände sind Waffen willkommen. Bitte behalten Sie alle Waffen im Halfter, wenn keine Notwendigkeit besteht, sie zu nutzen. In dem Fall wissen wir anständige Treffsicherheit zu schätzen“ ziert das Schild am Eingang. Neben Burgern und weiteren klassischen amerikanischen Speisen gibt es hier auch ein Seminar zum richtigen Umgang mit einer Waffe. 75 Dollar kostet der fünf Stunden dauernde Kurs. Der nächste Termin am 22. Juli schon seit Wochen ausgebucht. Besitzerin Lauren Boebert, die das Restaurant gemeinsam mit ihrem Mann besitzt, ist stolz auf die Regelung in ihrem Restaurant und äußerte sich gegenüber der Zeitung „Post Independent“ wie folgt: „Wir ermutigen die Leute dazu. Die Kunden schätzen, dass sie zu uns kommen und ihre verfassungsmäßigen Rechte ausleben können. Dieses Land wurde auf der Freiheit gegründet. Die Menschen können mit Waffen herkommen, und sie können vorm Essen beten.“ Ob die Waffen geladen oder entsichert sind? „Unsere Waffen sind echt und geladen. Wir wissen, was wir tun. Ich habe um jeden Angst, der versucht, uns auszurauben...

Waffen ja, Alkohol nein

Immerhin, so betont die 27-jährige Boebert selbstsicher, "ist Alkohol in unserem Laden verboten!" Waffen sind erwünscht, Alkohol nicht. Was ist bloß los mit diesen Amerikanern? Ach, eine kleine Ausnahme gibt es doch noch: Verurteilte Straftäter, Drogenabhängige oder psychisch Kranke müssen die Waffen zuhause lassen. Doch die neun Kellnerinnen, welche natürlich alle über einen Waffenschein verfügen, tragen einen geladenen Revolver bei sich. Eine Mitarbeiterin verfügt sogar über ein abgeschnittenes Schrotgewehr, welches sie in aller Regelmäßigkeit den Kunden präsentiert. Diese hätten es übrigens schwer, den Mitarbeiterinnen die Knarre zu entreißen. Alle Halfter sind mit einer zusätzlichen Sicherung versehen.

Ganz im Gegenteil zum „Shooters Grill“ gehen viele amerikanische Restaurants inzwischen dazu über, Waffen in ihren Räumlichkeiten zu verbieten. Darunter sind unter anderem die Kaffeehauskette Starbucks mit ihren 23.000 Filialen, Chipotle (1.600 Restaurants) und die 2.000 Einkaufszentren von Target. Seit vielen Jahren versucht die einflussreiche Waffenlobby NRA den amerikanischen Siegeszug der Waffen weiter anzureichern. Im „Shooters Grill“ in Rifle hat die NRA Erfolg, denn hier haben sich die Waffen durchgesetzt.

Ein CNN-Bericht liefert interessantes Bildmaterial:

10. Juli 2014

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