Nobel-Restaurant wirft Muslimas raus

Am vergangenen Wochenende sorgte ein Gastronom für einen Eklat. Der Besitzer des Nobel-Restaurants „Le Cénacle“ im französischen Tremblay-en-France warf zwei verschleierte Muslimas raus.

Rund um das von einem französischen Gericht gekippte Burkini-Verbot sind die Gemüte nach wie vor erhitzt. Am vergangenen Wochenende kam es im französischen Ort Tremblay-en-France zu einem Eklat. In der rund 20 Kilometer von Paris entfernten Stadt warf ein Restaurantbesitzer zwei verschleierte Muslimas raus. Eine der beiden Frauen filmte den Besuch im Nobel-Restaurant „Le Cénacle“ heimlich und stellte das Video ins Internet. Was folgte, war eine Welle der Empörung.

Auf dem Video ist zu hören, wie einer der Frauen sagt, dass sie „nicht von Rassisten bedient werden“ wollen. Der Gastronom antwortet: „Rassisten wie wir legen keine Bomben.“ Ein weiterer empörender Satz des Restaurantbesitzers: „Terroristen sind Muslime und Muslime sind Terroristen“. Nach kurzer Zeit hat der Mann genug: „Leute wie euch will ich bei mir nicht haben. Basta.“ Anschließend fordert der Gastronom die Muslimas auf, das Restaurant zu verlassen.

Zwar ist über die Vorgeschichte nichts bekannt, doch legt der Beginn des Videos nahe, dass es vorab einen Streit gegeben hat. Nun, nachdem immer mehr Menschen zum Boykott des Restaurants auffordern, entschuldigte sich der Wirt. Seine Worte waren schneller als seine Gedanken, so der Mann gegenüber dem Fernsehsender BFM TV. Laut „Le Parisien“ habe der Gastronom einen Freund gehabt, der bei den terroristischen Anschlägen vom 13. November 2015 in Paris ums Leben kam. Die Staatsanwaltschaft von Bobigny leitete wegen „rassistischer Diskriminierung“ Ermittlungen gegen den Gastronom ein.

Der Bürgermeister der französischen Stadt ließ mitteilen, dass sich die Bevölkerung verletzt und beschämt fühlt. Grund dafür sei eine „Einstellung, die im Widerspruch zu unseren Werten der Toleranz, der Brüderlichkeit und des Rechts stehen“. Die französische Familienministerin Laurence Rossignol schaltete sogar die Interministerielle Delegation zum Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus (DILCRA) ein. Auch die betroffenen Frauen haben dementsprechende Schritte eingeleitet und wandten sich an den nationalen Verband gegen Islamophobie in Frankreich (CCIF).

30. August 2016

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