«The Taste»: Sat.1 sucht Deutschlands besten Koch

Das Konzept der neuen Sat.1-Sendung erinnert sehr an «The Voice of Germany»: Bei «The Taste» sollen vier Spitzenköche auf einem Löffel servierte Kreationen «blind» bewerten. «Nur der Geschmack zählt» lautet das Motto der Show. Als Coach sitzt unter anderem Tim Mälzer in der Jury. Foto: Sat.1

Das Konzept der neuen Sat.1-Sendung erinnert sehr an «The Voice of Germany»: Bei «The Taste» sollen vier Spitzenköche auf einem Löffel servierte Kreationen «blind» bewerten. «Nur der Geschmack zählt» lautet das Motto der Show. Als Coach sitzt unter anderem Tim Mälzer in der Jury.

Castingshows und Kochsendungen waren lange Zeit das Allheilmittel des deutschen Fernsehens. Und weil die Sender am liebsten wiederholen, was erfolgreich ist, liegt eigentlich nichts näher, als beide Konzepte zu vermischen.

Am gestrigen Mittwoch, den 13. November, startete die neue Sat.1-Sendung «The Taste». In der ersten Folge stellte sich jeder der vier Spitzenköche Tim Mälzer, Lea Linster, Frank Rosin und Alexander Herrmann sein persönliches Team zusammen. Jeweils vier Kandidaten sollte jeder Spitzenkoch für sein Team bestimmen, welche durch das sogenannte «Blind Tasting» ausgewählt wurden. Die Spitzenköche verköstigten den von den Kandidaten gefüllten Löffel, gaben ihnen einen Korb oder luden sie in ihr Team ein. Stimmten mehrere Spitzenköche für einen Kandidaten, durfte sich dieser sein Team aussuchen. Bekam der Kandidat nur ein «Ja», war er oder sie automatisch in diesem Team.

In den weiteren fünf Folgen, welche alle mittwochs um 20:15 Uhr auf Sat.1 ausgestrahlt werden, treten die vier Köche als Coaches ihrer jeweiligen Teams auf und die Kandidaten kochen in abwechslungsreichen Koch-Challenges mit- und gegeneinander. Doch auch dann geht es bei «The Taste» nach wie vor allein um den Geschmack, da weiterhin «blind» verkostet wird. Jeweils drei Kandidaten pro Folge müssen die Show verlassen, im Finale gewinnt der beste Koch den Preis von 100.000 Euro.

«Wir sind Coaches, die auch echt verlieren können», wird Mälzer von Sat.1 zitiert. «Denn wir können uns auch lächerlich machen. Und zwar indem wir Essen analysieren und Essen rausschmeißen, das vielleicht sogar von uns trainiert worden ist.» Zumindest seine eigene Kreation erkannte der Hamburger im Fall der Kandidatin Heidi aus Velbert bei Wuppertal schon mal nicht wieder. Dabei ist die Hausfrau ein Fan des 42-Jährigen: «Tim ist für mich ein unheimlich ehrlicher Koch, der auch mit erfahrenen Mitteln und ohne großes Chichi sehr leckere Sachen kocht», sagt sie.

«Auf einem Teller anrichten ist das eine. Dabei kann man sich dann da was abschneiden, hier was zusammenkratzen, da was auf die Gabel mit dazu nehmen. Dann dosiert man sich das selbst, isst es und dann kann man auch schneller und anders entscheiden"», meint Alexander Herrmann. «Auf dem Löffel musst du direkt anrichten... Es muss sofort passen, die Aromen müssen sofort greifen und dann darfst du handwerklich auch keine Fehler machen», ergänzt der Sternekoch das Konzept des aus den USA stammenden Formats. Dort ging die Sendung bereits Anfang des Jahres an den Start.

Kochen statt singen – das ist der einzige wesentliche Unterschied von «The Taste» zu «The Voice of Germany». Foto: Sat.1

Am Ende bleibt die Frage: Sind «Blind Tastings» tatsächlich so viel Wert wie «Blind Auditions»? Misst man dies an den Quoten der ersten Folge von «The Taste», dann ja! Die gleich dreistündige Kochshow bescherte Sat.1 zum Start durchschnittlich 2,36 Millionen Zuschauer und 8,6 Prozent Marktanteil. Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen holte die Produktion 12,3 Prozent – und lag somit deutlich oberhalb des Senderschnitts.

Das amerikanische Vorbild auf Sender ABC schmierte wahrhaftig ab. Nach 5,82 Millionen Zuschauern bei Folge 1 sahen nur noch 3,36 Millionen Zuschauer die letzte Folge. Kochen statt singen – das ist der einzige wesentliche Unterschied von «The Taste» zu «The Voice of Germany». Ob das reicht, um eine große Abendshow dauerhaft zu etablieren, ist zweifelhaft. Denn längst schon gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Kochshows im deutschen Fernsehen. Zuschauer und Interessierte können sich auf der Webseite der Sendung ausführlich über die Spitzenköche, die Kandidaten und vieles weitere informieren.

14. November 2013

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