Sterne-Restaurant «La Vision» in Köln schließt

Das Sterne-Restaurant «La Vision» in Köln musste seine Pforten schließen und verlor damit beide Michelin-Sterne. Foto: Hotel

Das Sterben der Sterne-Restaurants geht weiter: Nachdem vor wenigen Tagen die Oberländer Weinstube in Karlsruhe ihr Aus bekannt gab, muss auch das Restaurant «La Vision» in Köln seine Pforten schließen. Aus dem Zwei-Sterne-Restaurant soll eine Club-Bar werden.

Noch zum Ende des letzten Jahres rieselte es Anerkennung: Das «La Vision» im Hotel im Wasserturm in Köln wurde vom Guide Michelin 2013 mit zwei seiner begehrten Sterne ausgezeichnet. Auch der Gault Millau ließ sich nicht lange bitten und verlieh dem Restaurant unter Küchenchef Hans Horberth 18 von 20 möglichen Punkten seiner Wertung. Doch jetzt ist Schluss. Im Juli wird das auf der 11. Etage des «Hotels im Wasserturm» befindliche Spitzenrestaurant geschlossen. Der Verlust eines der höchstdekorierten Restaurants in ganz Deutschland ist ein herber Verlust für die Kölner Gastronomie. Damit bleiben der Domstadt nur noch ein Zwei-Sterne-Restaurant («Le Moissonnier») und fünf Ein-Sterne-Restaurants. Köln wird damit zukünftig nur noch sieben statt neun Sterne aufweisen. Zum Vergleich: Über Hamburg erstrahlen zwölf, über Berlin 16.

Die Dachterrasse des Hotels im Wasserturm in Köln bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Rheinstadt. Foto: Hotel

Durch einen tragischen Verkehrsunfall im Oktober letzten Jahres kann Chefkoch Horberth seine Arbeitsstätte derzeit nicht aufsuchen, was die Lage weiter erschwert. Nach langem Krankenhaus-Aufenthalt befindet er sich derzeit in der Reha-Klinik auf dem Weg der Besserung. Leider lässt sich bisher noch nicht absehen, wann Hans Horberth an den Herd zurückkehren kann. Eigentlich sollte die Abwesenheit Horberths kein Grund für finanzielle Probleme werden. Das Team des Restaurants kocht auf einem hohen Niveau. Hendrik Olfen, der 2009 von der «Traube Tonbach» ins «La Vision» gewechselt war, wurde im Vorjahr vom Internet-Magazin «Sternefresser» zum Sous-Chef des Jahres gekürt und gilt als großes Talent. «Aber eine Rendite mit einer derart hochwertigen Küche zu erwirtschaften, ist sehr schwierig», sagt Wasserturm-Geschäftsführer Reiner Mülhausen.

Jetzt soll das Restaurant in eine exklusive Club-Bar verwandelt werden. Der an das Restaurant angeschlossene und ebenfalls in der elften Etage gelegene «Private Dining Room» bleibt erhalten. Das gastronomische Angebot wird durch das im Erdgeschoss befindliche Restaurant dAblju ‚W’ erfolgen. Dort bieten Küchenchef Mathias Maucher und Restaurantleiter Robby Jung modern-regionale Gerichte. Das Management des Hotels betont, dass Hans Horberths Position am Herd frei gehalten werde. Horberth machte sich mit seinen kulinarischen Kontrasten beliebt und überzeugte durch Gerichte wie Aal im Rote-Bete-Sud und Sauerrahmeis oder Gänseleber mit Flönz. Fachleute trauten ihm den Durchbruch zu den weltbesten Köchen zu. Wir wünschen gute Besserung!

28. Mai 2013

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