Gault Millau 2016: Peter Maria Schnurr ist Koch des Jahres

Am kommenden Montag, den 16. November, erscheint der „Gault&Millau Deutschland 2016“. Doch schon jetzt sind die Platzierungen und Auszeichnungen veröffentlicht worden. Hier eine Übersicht.

Seit Jahren ist der "Gault Millau" dafür bekannt, nicht nur auszuzeichnen, sondern auch zu kritisieren. Im vergangenen Jahr monierte der Restaurantführer die mangelnde Kreativität der deutschen Köche. „Zu viele deutsche Köche verstehen den weltweiten Hype um bestimmte Köche und Restaurants nicht als Aufforderung, selbst einen persönlichen Stil zu entwickeln, sondern klicken sich bei Google durch die Speisekarten dieser großen Kollegen, kopieren sie gedankenlos und ordern die neuesten Trendprodukte. Doch das hat nichts mit Kreativität zu tun. Das ist ‚Copy-and-paste‘-Küche“, beklagte sich der "Gault Millau" in der Deutschlandausgabe 2015.

Auch in diesem Jahr gibt es offensichtlich etwas zu meckern. Der "Gault Millau" kritisiert, „es herrsche in der deutschen Gastronomie vielfach "mehr Schein als Sein". Äußerlichkeiten spielten immer öfter eine größere Rolle als der Geschmack. Immer mehr Teller sähen so aus, als seien sie von Foodstylisten designt“, bemängelten die Tester des Restaurantführers. Auch führe die deutsche Technikverliebtheit laut des "Gault Millau" zu einer Verarmung des Handwerks. „Mit Vakuumiergerät, Rotationsverdampfer, Thermomix und Pacojet gleichen viele Küchen heute technisch hochgerüsteten Versuchslaboren“, urteilten die Tester.

Der "Gault&Millau Deutschland 2016" ist für 34,99 Euro hier bei Amazon zu kaufen und hat 900 Seiten.

Bewertungen: 19,5 von 20 Punkten

Der Koch des Jahres kommt aus Leipzig

Peter Maria Schnurr vom Restaurant Falco im The Westin Hotel in Leipzig ist „Koch des Jahres 2016“. Foto: Falco

Doch es gibt, wie sollte es auch anders sein, natürlich weitaus schönere Nachrichten der diesjährigen Ausgabe des renommierten Restaurantführers. Im neuen "Gault Millau" werden 923 Restaurants, Bistros, Landgasthöfe und Lokale bewertet. 748 erreichten genügend Punkte, um mindestens eine von vier möglichen Kochmützen zu bekommen. Denn neben der Punkteauszeichnung (0 bis 20 Punkte), gibt es außerdem kleine Kochmützen; bei 13 und 14 Punkten erhält das Restaurant eine Mütze, bei 15 und 16 Punkten zwei, bei 17 und 18 Punkten drei und ab 19 Punkten vier Mützen. Laut "Gault Millau" waren für die Bewertung 33 Tester anonym unterwegs.

"Koch des Jahres" 2016 ist Peter Maria Schnurr vom Restaurant Falco in Leipzig. Der Küchenstil des 1969 im Schwarzwald geborenen Schnurr wird vom "Gault Millau" mit „kraftvoll und eigenständig“ beschrieben. Neben der wertvollen Auszeichnung ergatterte Schnurr mit seinem Falco außerdem 19 von 20 möglichen Punkten. Seit 2005 betreibt der kreative Koch das Restaurant im The Westin Hotel in Leipzig, mit dem er sogar zwei Michelin-Sterne verliehen bekam. „Wir sind Koch des Jahres“, sagte Schnurr nach Bekanntgabe der Auszeichnung und wies damit darauf hin, dass die Auszeichnung das Ergebnis guter Teamarbeit sei.

Patricia Bröhm, Chefredakteurin des "Gault Millau" äußerte sich wie folgt zur Auszeichnung Schnurrs: „Ein Koch voller Sturm und Drang mit einem mutig-eigenständigen Stil. Seine komplexen Gerichte sprühen vor expressiven Aromen und verblüffenden Produktallianzen, die am Gaumen stets perfekt aufgehen.

Bewertungen: 19 von 20 Punkten

Auszeichnungen und Ehrentitel 2016

Darüber hinaus ließ es sich der "Gault Millau" nicht nehmen, auch weitere Auszeichnungen zu vergeben:

Entdeckung des Jahres: Joachim Busch vom Restaurant Gustav in Frankfurt am Main ist die "Entdeckung des Jahres". Der "Gault Millau" ist voll des Lobes: „Regionales und Bio wirken bei Ihm nicht modisch anbiedernd, sondern gründlich durchdacht. Der 28-Jährige überzeugt mit souveränem Stil, sensorischer Sicherheit und mit Sinn für spannende Gemüsekreationen.

Oberkellner des Jahres: Kathrin Feix vom Il Giardino in Bad Griesbach ist Oberkellnerin des Jahres. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Zwei-Sterne-Koch Denis Feix, freut sie sich über den Ehrentitel. Der Gault Millau lobt: „Sie ist eine Frau mit vielen Talenten und überzeugt nicht nur als herzliche, zugewandte Gastgeberin, sondern auch als Gastgeberin und ausgebildete Tee-Sommeliere.

Sommelier des Jahres: Frank Glüer vom EssZimmer in München ist "Sommerlier des Jahres".

Pâtissier des Jahres: Thomas Yoshida vom Facil in Berlin ist "Pâtissier des Jahres".

Restaurateur des Jahres: Ali Güngörmüs, der das Le Canard Nouveau in Hamburg und das Pageou in München führt, ist "Restaurateur des Jahres".

Bester deutscher Koch im Ausland: Rainer Becker, der 13 Restaurants (unter den Namen "Zuma", "Roka" und "Oblix") in drei Kontinenten betreibt, ist "Bester deutscher Koch im Ausland".

Hotelier des Jahres: Heiner und Renate Finkbeiner, die die "Traube Tonbach" in Baiersbronn, "Schloss Monrepos" in Ludwigsburg bei Stuttgart sowie das "Montforthaus" in Feldkirch (Österreich) führen, sind "Hoteliers des Jahres". Der "Gault Millau" meint: „Seit 1993 setzen sie gemeinsam Maßstäbe für die Hotellerie als Genusswelt. Nun erweitern sie ihren Wirkungskreis zum Wohle ihrer engagierten Kinder in den Tagungs- und Eventbereich.

Aufsteiger des Jahres: Paul Stradner vom Brenners Park-Restaurant in Baden-Baden ist "Aufsteiger des Jahres". Gelobt wurde der Koch dafür, dass er „erprobte Aromenkombinationen gekonnt einen neuen Kick verleihen kann, ohne dabei ins Modische zu verfallen.“ Der 34-Jährige erhielt 18 von 20 möglichen Punkten.

Spektakuläre Abwertungen gibt es im oberen Bereich der Skala nicht. Die einzige Überraschung ist wohl, dass Kevin Fehling mit seinem 'The Table' in Hamburg "nur" 17 Punkten bekam.

Bewertungen: 18 von 20 Punkten

Von links nach rechts: Matthias, Antonia, Heiner, Renate und Sebastian Finkbeiner. Bereits seit über 220 Jahren ist das Hotel Traube Tonbach in Bairersbronn in der Hand der Familie Finkbeiner. Foto: Hotel

 

Der "Gault&Millau Deutschland 2016" ist für 34,99 Euro hier bei Amazon zu kaufen und hat 900 Seiten. Der große Konkurrent des "Gault Millau", der 'Guide Michelin 2016', erscheint am 13. November.

Weitere Bewertungen: 18 von 20 Punkten

10. November 2015

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